Einsamkeit ist nicht rational

Foto 04.10.18, 19 59 39Einsamkeit ist das schlimmste Gefühl der Welt. Einsamkeit ist nicht rational.

Man kann einsam sein, wenn man alleine um drei Uhr morgens in einem Hotelzimmer sitzt. Man kann einsam in der ersten eigenen Wohnung sein. Man kann einsam sein, wenn alle Freunde zu beschäftigt sind, um Zeit mit einem zu verbringen. Man kann aber auch auf einer Party umgeben von Menschen oder in der coolsten WG der Welt einsam sein.

Einsamkeit ist nicht das intensivste Gefühl der Welt. Es gibt viele Möglichkeiten sich von Einsamkeit abzulenken, man kann eins seiner Lieblingsbücher lesen, man kann rauchen, trinken oder eine Serie schauen, die man so in- und auswendig kennt, dass sie sich so vertraut wie zu Hause anfühlt. Aber selbst die beste Ablenkung der Welt hat nur eine begrenzte Wirkungsdauer.

Einsamkeit macht einen kaputt. Nicht indem sie einem weh tut. Nicht indem sie einen traurig macht, Traurigkeit vergeht. Einsamkeit projiziert ein falsches, verzerrtes Bild des sozialen Umfeldes. Indem sie suggeriert, dass man seinen Freunden und überhaupt der Welt egal ist, sorgt sie dafür, dass man sich selbst egal wird.

Einsamkeit ist das schlimmste Gefühl der Welt. Einsamkeit ist nicht rational.

Einsamkeit ist nicht entgültig.

Denn selbst die dunkelste und kälteste Nacht wird irgendwann, urplötzlich von den ersten Sonnenstrahlen durchbrochen. Was für ein Klischee. Aber der zutreffendste Vergleich der mir einfällt.

– Joe

 

I know should feel free, yet I continue to sing this sad refrain
I can’t sleep and food has lost its taste
God, I’m so sick of this place

Then I’m touched
By the hands of a brother
And like a rush
Passing through my exterior
I hear my name
A hush
A son, loved by a Father
I’ve been made alive again

– Being As An Ocean, „This Lonliness Won’t Be The Death Of Me“

Ich bin ein gebündelter Haufen aus Prokrastination, fehlgerichteter Motivation, Träumerei und Trägheit. ein Sturm aus Gedanken, die der Definition der Gesellschaft nach unzumutbar sind, für die kein nachhaltiges Verhalten denkbar wäre. Und Stimmen in mir richten und verurteilen mich, machen sich lustig über meine unsaubere Ausdrucksweise, die seit jeher doch eigentlich meine erste Sprache sein sollte. Ich bin ein Mischmasch aus zu vielen Kulturen, von der jeder jetzt ein Streifen Stoff des viel zu bunten Gewandes meiner Identität entspricht. Ich bin ein Chaos, ein Papagei, schlimmer als ein schwarzes Schaf; ein Schaf, dass sich in Blumenfeldern aller Art gebadet hat. Auffällig und unzuverlässig, ressourcenvernichtend, rebellierend und ein Exempel für die stereotypischen „Lebe im Moment“ Studenten, die eigentlich nur studieren um des Studieren willens.

Doch meiner Position wird ein Wert zugesprochen, der unvergleichbar gewertet wird mit dem Rest der Welt. Im Geäst meiner Seele gebärt eine Flamme und versorgt mich mit einem Mut, der jede Art von Ketten pulverisiert. Eine Flamme, die mich erkennen lässt, dass Jemand da ist, der mir zeigt, dass ich meine Augen nach oben, in Funkeln des Liebäugelns richten kann. Soll ich mich doch weiterhin
von den Umständen, und vom Feind gedanklich richten lassen – vollends im Wissen, dass aber Er der letzte Richter über allem ist. Inmitten meiner bittersüßen Definitionen meines Selbst, bewies er mir, dass ich mich selbst akzeptieren und lieben lernen kann.

~schön zu sein~

IMG_20181106_201522_080.jpgDu schaust mich an, fragst wie es mir geht
Und während ich noch überlege
was ich darauf wohl am besten antworte
Wird mir klar, dass diese Lüge, die ich gerne nennen würde
– Um vor mir selbst nicht ehrlich sein zu müssen und dich nicht zu verletzten –
Du würdest mir diese Lüge nicht glauben.
Zu oft sind deine Blicke durch meine zaghaft aufgerichtete und mit einem Lächeln festgehaltene Fassade gebrochen.
Du würdest mir nicht glauben.
Dafür stand ich heute morgen nicht lang genug im Bad.
Nicht lang genug vorm Spiegel.
Hab nicht erkannt, was mein Gesicht zeichnet und nicht überschminkt, was ich gern verborgen gewusst hätte.
Doch hat das helle Sonnenlicht auch mich überrascht,
mit dem was es nun ins Licht gerückt hat.
Hab ich doch selbst nicht damit gerechnet,
dass sich meine Freude all zu schnell alleine fühlt.
Und sich dieser Drink des Neuanfang
aus mehr Komponenten zusammenaddiert.
Und so schmiegt sich an die Freude ein Schuss Wehmut,
die ausgepressten Erinnerungen guter Freundschaften
und das bittere Aroma
feine Tropfen unerfüllter Erwartungen.

Geschüttelt – nicht gerührt.
Denn das macht angeblich den perfekten Drink aus
Doch in mir wirbelt es nur alles durcheinander.
Und lässt mich mit diesem üblen Gefühl in der Magengrube sitzen.

Also was soll ich dir antworten auf die Frage,
wie es mir geht?
Wie es ist hier zu sein?
Ja ich hab mich sehr auf diesen Ort und all euch Menschen gefreut
-die ihr mich jetzt fragend anschaut und mich doch ein bisschen überfordert
mit all eurer überschwänglichen Euphorie.

Und das tu ich noch immer, mich freuen.
Auf euch, auf alles was kommt und auf den Tag danach.
Doch ging mir alles zwei Schritte zu schnell.
Lass mich kurz hier sitzen, den Moment verweilen.
Frag mich in drei Tagen nochmal!
Wenn ich den Wald nicht mehr so allüberschattend, die Stadt nicht mehr so voll, laut und groß wahrnehme.
Obwohl es Vormittag ist und die meisten noch in den Schulen und Büros sitzen und erst allmählich auf die Straße treten.
Frag mich in drei Tagen noch mal.
Vielleicht ist es nur eine Entscheidung.
Meine Entscheidung.
Die ich allein selbst treffen kann.

Du schaust mich an, fragst wie es mir geht.
Und während ich noch überlege was ich darauf wohl am besten antworte.
Wird mir klar, es geht mir gut!
Ich schau dich an, kann lächeln.
Danken – denn es ist immer noch schön da zu sein!

My silver lining

Sometimes everything floats and I’m here tied down – unable to move.
Even my eyelids are too heavy to lift.

When I realise how much I left undone guilt comes crawling.
And there’s so much it attracts:

There’s selfdoubt – ignoring every past achievement.

There’s disappointment – for I know I could do better.

There’s defiance – I don’t even know where that comes from.

And finally there’s fear.

But the moment just before HOPE leaves me – there’s a memory, my silver lining.

I remember PEACE and I instantly know it’s not lost, I just forgot to embrace it.

And there’s LOVE which is still carrying me. It’s the one thing that never left and never will.

That’s the moment I let go of my doubts because I know where love is around there’s no space left for fear to settle – love never fails.

~ Anne

Eiswürfel

IMG_1406

Das Eis schmilzt in der durchsichtigen Flüssigkeit. Sein Pullover riecht nach ihm und ich will darin versinken. Wie in einem Bett in das man sich nach einem zu langen Arbeitstag fallen lässt, zwischen die riesigen Kissen und direkt unter die Decke. Bald sind nur noch wenige Eiswürfel übrig.
Das Mädchen wirft die Hände in die Luft und ruft es laut heraus: „Heute sind wir jung und am leben und das soll ruhig jeder wissen“. Denn zu leben ist das einzige Vergehen, dass man sich fast leisten kann. Das Entschuldbarste von allen. Wer ist schon zurechnungsfähig im Eifer des Gefechts wenn so viel auf dem Spiel steht.
Manchmal will man auch nur ein Mädchen sein. Man will das Mädchen sein, dass alle anstarren wenn es den Raum betritt. An dem jeder Blick hinunter und hinauf fährt, wegen dem man fast unwillkürlich pfeift, warum, das ist die andere Frage. Manchmal möchte man einfach nur sehr schön anzusehen sein. Und eine Zierde für seinen Verstand bilden. Und manchmal auch eine Zierde für seinen Freund.
Ich bekenne das, schließlich ist es besser es zu sagen als so zu tun als wäre ich als Feministin kein Mädchen. Als wollte mein Frauenkörper nicht die Anerkennung seines Männerkörpers. Aber vor allem sehnt sich meine Gedankenwelt nach seinem betäubenden Geruch. Diese Mischung aus Liebe, Zuhause, Familie und „mit mir wirst du Abenteuer erleben“ ist was mich immer wieder groß träumen lässt.
Lass uns groß träumen.

 

[Rahmenbedingungen / Frameworks]

Letzten Monat war eine Freundin seit langer Zeit wieder zu Besuch und anstatt schon gleich in den regen Austausch von Erlebnissen und Eindrücken zu gehen, beschlossen wir das örtliche Museum zu besuchen. Wärend wir so umherschlenderten fielen uns immer wieder einige unpassende Bilderrahmen auf, die eigentlich die Gemälde angemessen präsentieren sollten. Doch leider waren viele Rahmen in ihrer Form und Farbe absolut unvorteilhaft für die eigentliche Kunst, da sie ihrem Inhalt keineswegs gerecht wurden. In manchen Fällen schien der Rahmen tatsächlich sogar eindrucksvoller als das Gemälde selbst. Und nur in wenigen Fällen ergaben Bild und Rahmen eine wirklich ausstellungswürdige Komposition. Doch an diesen Gemälden blieben wir länger stehen und betrachteten sie um uns an dem schönen Zusammenspiel von Leinwand, Holz und Farbe zu erfreuen.

Seit diesem Tag versuche ich in vielen Situationen (die nicht unbedingt immer etwas mit „Kreativ-Kunst“ zu tun haben) eine gewisse Weitsicht beizubehalten. Ich versuche gute Rahmenbedingungen zu schaffen.

Ich finde manchmal sollte man sich wenigstens auf anstehendes Chaos vorbereiten können, das in so vielen Bereichen des Lebens hervortritt. Ich kenne das Gefühl nur zu gut: Alles auf den letzten drücker machen, abgeben, … weil Aufschieben nun mal wirklich verlockend ist. Aber selten hole ich so das beste aus mir raus. Mein Potenzial wird nur angekratzt, weil es nicht die Möglichkeit bekommt sich zu entfalten.

Und das gleiche gilt für die Nachbereitung.
Nachbereitung? Was ist das überhaupt?
Für mich kann das von ganz normalem Nachdenken, über Reflexion, bis hin zu Gesprächen mit anderen Menschen mit Raum für ihre Tipps und Verbesserungsvorschläge gehen. So kann man aus Fehlern lernen (was die allerbeste Gelegenheit zum Lernen und zu spürbaren Verbesserungen bietet!).
Vor allem durch die Hilfe von Freunden oder Bekannten bekommt man die Möglichkeit auch mal einen anderen Blickwinkel einzunehmen. Es ist wichtig aus der gegebenen Situation herauszutreten und die Dinge mit einem gewissen Abstand zu betrachten. So fallen einem ganz neue Sachen auf und man beginnt automatisch damit an sich selbst zu arbeiten.

Wachstum vorantreiben, damit man nicht in einer Sackgasse zum Stillstand kommt.

[Und weil ich im Grübeln und Nachdenken schon lange eine Meisterin bin, arbeite ich in Zukunft an meinen vorrausschauenden und -planenden Fähigkeiten. Der Fortschritt ist immer sehr willkommen!]

~ Anne

prbls_1

A collection of sweat on my left eybrow tilted, causing a drop to run into the corner of my eye. I let out a grunt and wiped the liquid away with my wrist. Trying to remember the last time I was handling the bars of my bicycle made me feel like a grandpa with alzheimers playing chess. My quads even felt like ancient machineries reviving after still decades of moss and cold mold.

At least, what I got to see with my spare eye was all worth it. The sun was smiling and the white clouds were dancing and the trees were trying to relieve me with their broad roofs of green and fruits of red, in the end failing to cover the sizzling asphalt I was surfing on. But this time it wasn’t the nature. It didn’t even bother me one bit. In the distance on the straight road I saw another bicycle, painted with smiling yellow, working his way up a hill, or to me, floating in spite of physical laws.

And on that bike, there was a figure I couldn’t help myself but to follow.

Suddenly, something jumped in my chest area, and my brain sent a flash of signals to my ancient machineries to push the pedals harder to catch up, to speed up, to step up.

Even though my road was still flat, I was struggling to increase my tempo. Seeing the yellow bike get smaller and smaller, I got more frustrated, and I kept pushing harder, my legs felt like stone crumbling down to dust. My throat dried because of how hard I was wheezing, I even wasn’t even looking straight forward anymore, instead my head was hanging down, one eye screwed up by the sweat and the other almost closed as well, only seeing gray shades and white stripes of the asphalt road benath me.

Huff, huff, huff-

In the midst of wearing out my body drastically, there was a weird calmness inside my head, a room that echoes voices, asking, ‚Why? Why make the effort? Just rest for a tiny bit and maybe catch up later?‘, and I knew the answer but I was too focused on kicking the pedals that I couldn’t answer back. Slowly, new waves of resistance at my feet kept flooding me- it seemed like I reached the hill. The burning was unbearable and my body was getting weaker with every circular push and my lungs hungrily devoured all of the 21 percent oxygen that was available in the air, screaming and crying for more like a greedy child.
But I kept going on. I definitely was a lot slower than before, but the option to stop was sounded more like killing myself than actually killing myself due to physical exhaustion. But I knew that’s what I wanted. The flesh was reaching its limits and the sensation of a bomb about to burst was painfully real.

As I started to lose balance while my movement slowed , almost falling back the hill, faintly, I heard something whisper. No, it wasn’t a whisper, it was a call.
In a blink, feeling more like a
whole two minutes I remembered.
What happened next was something I would never say, in true honest words, was me.
My stomach tightened and both of my eyes stared open, i could nearly feel fire coming out of them as my legs straightened and raised me from my seat. I let out the loudest scream of my life, it felt like a lions roar and started to push to my utmost limits. I was looking at the top, at the blue skies, at heaven. And before I realized it, I broke down at the very top of the hill. I landed ond something refreshing, which turned out to be freshly cut grass.

I didn’t know how long I was laying there before a voice said,

‚You sure took your time.‘

The chill that went down my spine that was extremely intense and I could sense something in my worn out body that soothed it calmly.

‚I know, I was kinda getting lost along the way‘, I tried to respond with my hoarse voice. I could hear birds chirping in the distance, and the breeze that went over me felt like true peace. I really wanted to move my head to see, but I was paralyzed by the pain and exhaustion, at least I was getting enough rest for my lungs to calm down, even though the asthma made it hard to catch full breaths.

‚Yeah, but I am glad you made it.‘
Again, a chill, but now with a warmth inside of my heart that made my nose scrunch and made me feel like crying. It definitely was the voice that called me back when I was about to faint. I smiled and as I was about to tear up I said,

‚I did this because of you. And with only you I was able to. I asked myself so many times why-‚

‚You didn’t ask yourself, that was somebody else. He is not going to challenge you any longer, I am here now.‘

And there I went sprinkling the grass with my tears, mixed with some last sweat. I tried to keep it down so that it wouldn’t be noticed, but it was of no use. In every sentence I heard with my ears I could feel the same things I felt so long inside of my heart. With the last energy i had left I lifted up my head, and tried to look the way the voice came from. I could see the bike in that smiling yellow, leaning against a big old tree, underneath his roof I was resting in the shade. And by the roots I could make out something in silky white, maybe a dress. My head fell down on its own, and before I was passed out, I said,
‚You know, I have always-‚

‚I know. Me too.‘