irrelevant?

Für S

Es ist so seltsam, dass einem so viele wertvolle Gedanken, Gesprächsfetzen, oder Worte entwischen. Durch das grobporige Sieb des Bewusstseins rutschen sie, so wie winzige Fische durch ein Fischernetz. Jedes Mal, wenn ich ein tiefberührendes Gespräch hatte, schreit alles in mir, das festzuhalten, was an Gutem dort herausgekommen ist, es niederzuschreiben und unvergesslich zu machen. Trotzdem muss ich mich zwingen, mich bei allem Input des Alltagstrubels hinzusetzen, und auszusprechen, was so viele noch nicht wissen, und was sie zerfrisst.

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Wir leben in einer Zeit, in der Unheil an jeder Ecke sitzt, wie ein Ungeheuer. Wahrscheinlich saß jedes von ihnen auch schon von Anbeginn der Zeiten da, aber heute sehen wir sie alle, auch wenn etwas hunderte Kilometer entfernt stattfindet. Man wird gezwungen teilzunehmen, an gesprengten Dörfern, an Leid von Familien, die nicht die eigene ist, die man vielleicht niemals treffen wird, aber die nun doch Berührungspunkte mit einem haben. Fiktives Leid und reales Leid. Man wird gezwungen abzustumpfen, denn so viel können wir gar nicht tragen. Da Leid überall ist, ist das eigene von geringerer Bedeutung, denn Bedeutungsintensität wird an Rarität gemessen. Es wird auf die Waage gelegt, Armut gegen Verfolgung, und das „leichtere“ scheidet aus, wird mit „irrelevant“ stigmatisiert. So lassen wir unsere Welt funktionieren, durch einen Wettkampf um das Schwerwiegendere.

Und dann komme ich. Inmitten von all dem Dunkel an leiddiktierten Biographien steht mein Leben. Das, einer 21-jährigen gesunden Deutschen, mit einer Familie, in der die Eltern sich lieben und genug Geld verdienen, um mehr als die eigene Familie zu finanzieren. Ich war nie ernsthaft krank, hatte immer mindestens eine sehr gute Freundin, der ich alles anvertrauen konnte, und wurde mein Leben lang in dem was ich bin und kann unterstützt. Ich kann mir jeden Tag mein Essen leisten, mehr als ich vertrage, und habe mehr materielle Dinge, die ich mein Eigen nennen darf, als ich auch nur ansatzweise nötig habe. Ich bin so unendlich dankbar dafür, aber trotzdem immer noch zu wenig. Natürlich passieren auch immer mal wieder unschöne Sachen, aber alles, was ich unverdient bekommen habe, sollte eigentlich mehr als genug Brennstoff für ein immerwährendes Feuer der Zufriedenheit und des glücklichen Seins liefern.

Wie, wie um Himmels Willen kann es sein, dass ich, die so viel Glück erfahren durfte und darf, manchmal tieftraurig bin? Traurigkeit ist doch das Monopol der Armen, der Verfolgten, derjenigen, deren Familiengeschichten vollkommen zerrüttet sind! Wie kann es sein, dass ich mich so oft allein fühle? Es ist unfair von mir, dass ich mich allein fühle, obwohl ich so viel(e) habe.

Und trotzdem kann ich nicht leugnen, was manchmal aus meinem Herzen quillt, wie dunkles Öl, das mit anmaßenden, hässlichen Flecken alles benetzt, was ich sonst noch sehe. Dass es Dinge gibt, die mehr als nur ein bisschen schlechte Laune machen, dass es Ereignisse gibt, über die ich mehr mal nur einmal weine, und die sich, auch wenn sie schon ad acta gelegt und überwunden sein sollten, immer wieder wie egoistische Wolken vor die Sonne der Gegenwart schieben.

Ich habe so lange gebraucht, um zu verstehen, dass Schmerz immer wehtut, egal, aus welcher Situation er geboren wird. Schmerz funktioniert nicht in Zahlen. Er funktioniert viel tiefer, und logisch ist er auch nicht immer.

Ich habe so lange gebraucht, um zu verstehen, dass man sich selbst ernst nehmen darf, denn nach wie vor ist diese Welt kaputt, und allein, wenn man in ihr lebt, wird ein Stück von einem immer mal wieder mit zerbrechen. Und dann ist das nicht nur in Ordnung, nicht nur geduldet, zu leiden. Dann ist das richtig und wichtig, und all das Leid außerhalb des eigenen Lebens vielleicht nicht nichtig, aber zumindest nicht fehlerpflichtig. Es gibt nichts, was wehtut und unberechtigt ist.

Ich will, dass du da Draußen das weißt. Du musst dir nicht in deinem Leid gefallen, und dich auch nicht darin suhlen. Aber du musst es auch nicht verstecken, nur weil es Einen gibt, den es noch viel schlimmer getroffen hat als dich.

„It`s okay not to be okay“ ist ein Slogan, den ich immer gehasst habe. Vielleicht weil er zu Schwäche ermutigt hat, weil ich ihn aufgefasst habe, als wäre es vollkommen akzeptabel, sich gehen zu lassen, sich nicht nach Heilung auszustrecken. Denn eine der größten Unwahrheiten ist, dass deine Gefühle bestimmen, wer du bist, als würden sie die Wege bahnen, in denen das Leben verläuft, und das stimmt nicht. Sie gestalten lediglich das Außenrum, die Pflanzen am Straßenrand, die Beschaffenheit des Bodens, den Zustand des Himmels über deinem Kopf.

Was viel mehr dein Leben bestimmt als Gefühle, sind die Entscheidungen, die du, oft auch mehr als nur einmal triffst. Manchmal bedeutet das eine Entscheidung gegen den Schmerz. Manchmal bedeutet das aber auch eine Entscheidung für den Schmerz.

Wie ich mir selbst [und dir] im Weg stehe

Ich bin kein Morgenmensch. Wie zähes Gummi ziehen sich die Bewegungen in den ersten Stunden des Tages. Mein Blick ist starr auf die Dinge und durch die Menschen hindurch gerichtet. Am Morgen kommen meine schlimmsten Eigenschaften zum Vorschein und diese zu durchbrechen fällt mir extrem schwer. Ich ziehe mich zurück in meine eigene Innenwelt. Meine Gedanken lösen sich von meinem Körper und laufen mir davon. Ich flüchte mich in ein Buch oder in die Weiten der musikalischen Melancholie. Die Wirklichkeit versucht mich einzuholen aber sie erreicht mich nicht… nicht wirklich.
Sprich mich nicht an, ich will in diesen Momenten unerreichbar sein.
Aber um welchen Preis?

„Würde meine Produktivität nicht erst um 10 Uhr Abends ihren Höhepunkt erreichen könnte ich früher schlafen gehen und morgens auch mal wacher und lebendiger sein.“ – Ein Glaubenssatz, den ich übernehmen oder verwerfen kann.

Ich könnte die Dinge so laufen lassen, sie vor mir hinschieben und hinter mir herziehen. Ich könnte mich durch meine Gewohnheiten definieren lassen, sie zu meinem Charakter machen. Dann wäre ich die Nachteule, die Träumerin, die Introvertierte, die Unnahbare… ich würde mich selbst in Schubladen stecken und diesen wiederrum Stempel aufdrücken, nur um mein Verhalten zu rechtfertigen. Ich könnte mir ein Bild von mir selbst konstruieren, das mir gefällt und mich eventuell von der Masse absetzt.

Aber was ist wenn sich dieses Bild dann plötzlich verselbstständigt?
Und was ist wenn andere Menschen in mein Blickfeld treten?

Mein Ego würde erkennen, dass es nicht alleine existiert – und es wäre verwirrt.
Doch ich sehe genauer hin und ich erkenne, wie wir uns unterscheiden und ich sehe welche Gemeinsamkeiten uns verbinden.
Du bist nicht ich aber du zeigst mir eine vergangene Version meines Denkens.
Ich erkenne Hilflosigkeit, Unsicherheit und Angst davor,
dass das Innere nach außen dringen könnte –
das tut es schon –
wer hinsieht begreift.
Aber es ist gut so,
denn wir sind nicht allein
– wir sind fast ein halbes Dutzend
wenn ich mich aufraffen würde,
mich in deine Richtung bewegen…
Wenn ich mich dafür entscheide
dir Aufmerksamkeit, Liebe und Vergebung zu geben.
Ein tagtägliches Geschenk,
das mir selbst ermöglicht zu leben.

~ Anne

[Rahmenbedingungen / Frameworks]

Letzten Monat war eine Freundin seit langer Zeit wieder zu Besuch und anstatt schon gleich in den regen Austausch von Erlebnissen und Eindrücken zu gehen, beschlossen wir das örtliche Museum zu besuchen. Wärend wir so umherschlenderten fielen uns immer wieder einige unpassende Bilderrahmen auf, die eigentlich die Gemälde angemessen präsentieren sollten. Doch leider waren viele Rahmen in ihrer Form und Farbe absolut unvorteilhaft für die eigentliche Kunst, da sie ihrem Inhalt keineswegs gerecht wurden. In manchen Fällen schien der Rahmen tatsächlich sogar eindrucksvoller als das Gemälde selbst. Und nur in wenigen Fällen ergaben Bild und Rahmen eine wirklich ausstellungswürdige Komposition. Doch an diesen Gemälden blieben wir länger stehen und betrachteten sie um uns an dem schönen Zusammenspiel von Leinwand, Holz und Farbe zu erfreuen.

Seit diesem Tag versuche ich in vielen Situationen (die nicht unbedingt immer etwas mit „Kreativ-Kunst“ zu tun haben) eine gewisse Weitsicht beizubehalten. Ich versuche gute Rahmenbedingungen zu schaffen.

Ich finde manchmal sollte man sich wenigstens auf anstehendes Chaos vorbereiten können, das in so vielen Bereichen des Lebens hervortritt. Ich kenne das Gefühl nur zu gut: Alles auf den letzten drücker machen, abgeben, … weil Aufschieben nun mal wirklich verlockend ist. Aber selten hole ich so das beste aus mir raus. Mein Potenzial wird nur angekratzt, weil es nicht die Möglichkeit bekommt sich zu entfalten.

Und das gleiche gilt für die Nachbereitung.
Nachbereitung? Was ist das überhaupt?
Für mich kann das von ganz normalem Nachdenken, über Reflexion, bis hin zu Gesprächen mit anderen Menschen mit Raum für ihre Tipps und Verbesserungsvorschläge gehen. So kann man aus Fehlern lernen (was die allerbeste Gelegenheit zum Lernen und zu spürbaren Verbesserungen bietet!).
Vor allem durch die Hilfe von Freunden oder Bekannten bekommt man die Möglichkeit auch mal einen anderen Blickwinkel einzunehmen. Es ist wichtig aus der gegebenen Situation herauszutreten und die Dinge mit einem gewissen Abstand zu betrachten. So fallen einem ganz neue Sachen auf und man beginnt automatisch damit an sich selbst zu arbeiten.

Wachstum vorantreiben, damit man nicht in einer Sackgasse zum Stillstand kommt.

[Und weil ich im Grübeln und Nachdenken schon lange eine Meisterin bin, arbeite ich in Zukunft an meinen vorrausschauenden und -planenden Fähigkeiten. Der Fortschritt ist immer sehr willkommen!]

~ Anne

eye contact

There was a time when I kept staring at the ground because I was afraid someone could see me and talk to me. An unhealthy habit as you start to abase yourself. Also you develop unexplainable hatred towards everyone around you and yourself. But it turned out I couldn’t hide from my creator. And when I began to open up in prayer I also opened up in person whenever I talked to someone. More and more I came to enjoy having conversations – even with complete strangers. My therapist would have been so proud!
Make eye contact with God – his eyes are already resting on you.

“Am I not a God near at hand”—God’s Decree— “and not a God far off? Can anyone hide out in a corner where I can’t see him?” God’s Decree. “Am I not present everywhere, whether seen or unseen?” God’s Decree.
[Jeremiah 23,23-24]

dream your way into your future

So this is it?
What about my dreams?
What about my life?

When you realize you’ve been following a path that’s leading nowhere, realign.

When you realize you just can’t settle in what you’re doing, stop.

Take a break. Think.

Even if it feels like going backwards again. Sometimes this is important. Sometimes this is just what you need to gather strength. And in these moments god will work a lot. And it’s your turn to let down your defenses. It’s your turn to listen. Because he will talk.

This may be radical but as soon as you are sure about something don’t try looking back.

You make a decision.

You follow your dreams.

 

Liebe lohnt sich

Angst hat viele Formen, jeder kennt sie irgendwie. Manche mehr, manche weniger…
„Ich wandte mich an den Herrn
und er antwortete mir;
er befreite mich von allen meinen Ängsten.“
Psalm 34,5
…Ich wünschte ehrlich gesagt dieser Vers würde von mir kommen… Immer wieder lese ich solche Verse, denn in der Bibel steht sehr viel über Angst geschrieben. Das hat auch seinen Grund, denn leider ist niemand wirklich frei davon. Und wenn ich dann lese „Liebe vertreibt die Angst“ (1.Joh. 4,18), dann erwische ich mich oft dabei wie ich denke: Echt ein schöner Spruch… aber irgendwie pathetisch. Ich muss doch erst mal diese blöden Ängste überwinden bevor ich jemanden lieben kann! Ich meine wie kann ich jemanden lieben vor dem/der ich Angst habe?! Aber oft merke ich dann, dass es garnicht an den anderen liegt, es liegt allein an mir. Und meistens, wenn ich mich überwinde, sind die Dinge garnicht so schlimm wie ich sie mir vorstelle. Ja manchmal ist es sogar gut…
„Vertrau auf den Herrn,
sei stark und fasse Mut,
vertrau auf den Herrn!“
Psalm 27,14
… auch wenn es Überwindung kostet. Liebe lohnt sich.

 

GOLDEN MOMENTS

THERE ARE GOLDEN MOMENTS IN YOUR LIFE

Es gibt sie. Diese Momente in denen es Morgen wird…
Die Sonne geht auf, durchbricht die Dunkelheit und taucht die Welt (und deine dreckigen Fensterscheiben) in ein schimmerndes Gold.

Aber um das zu erleben musst du früh aufstehen oder darfst gar nicht erst ins Bett gehen. – Bequemlichkeit überwinden.
Gar nicht mal so easy, aber es lohnt sich! 💕🔥