WEIHNACHSTSEIFENBLASEN




Auf der ganzen Welt,
da leuchten Kerzen
Und ich wünsche voller Zuversicht?
Zu Weihnachten von ganzem Herzen
Dir ein ganzes Jahr voll so viel Licht



Überall erklingen Lieder
Das ist zur Weihnachtszeit das Schöne?
Ich wünsche dir an jedem Tage wieder
Nur solch sanfte, zarte Töne



Streit verklingt, es wird erträglich,
Voll Frieden ist die Weihnachtszeit?
Ich wünsch? Dir zum Weihnachtsfest tagtäglich
Glück, Ruhe und Besinnlichkeit



Ich weiß ja nicht, wies dir so geht:
Aber meiner Meinung nach, lebt, wer auch immer das geschrieben hat,
der Autor, die Autorin oder sonst wer, in einer riesen großen,
überdimensionalen Seifenblase.
Und ja, ich weiß:
Seifenblasen sind mehr so das Sommer- / Hochzeitsding
Und es ist ja Weihnachtszeit.
Also wie, bitte passt das zusammen?



Aber ich könnte genau so fragen, wie Zuversicht, und sanfte, zarte Töne,
Friede, Glück, Ruhe oder gar Besinnlichkeit zur Weihnachtszeit passen.



Ja aber genau darum geht es doch an Weihnachten, sagst du. Jedenfalls sollte es.
tatsächlich? – die Realität ist eine ganz andere



Man läuft über den Weihnachtsmarkt oder schaltet dummer weise ausversehen das Radio ein.
Es dröhnt nicht Christmas Classic, sondern Christmas Rock aus den Boxen und Taylor Swift ist so bescheuert ihr Herz seit 2007 jedes Jahr wieder irgendeinem Typen zu schenken (im schlimmsten Fall ist es auch noch immer derselbe), ders am nächsten Tag einfach weitergibt. Und ja ich weiß, dass der Song eigentlich Wham ist, das macht ihn aber nicht besser. Aber sie verspricht singend, dass es dieses Jahr anderes sein wird. Tatsächlich hab ich aber die Hoffnung aufgegeben, diesen furchtbaren Song nicht im kommenden Jahr doch wieder ertragen zu müssen.
So viel also zum Thema sanfte und zarte Töne.



Aber vielleicht stimmt es ja wenigstens, dass Streit verklingt und es erträglicher wird. Was auch immer ES ist.
Vielleicht ist meine Freundin nur eine Ausnahme. Denn sie hasst Weihnachten mit der Familie, denn da gibt es wie bei allen anderen Familienfesten auch nur Streit und schlechte Laune. Das einzig gute ist der Alkohol. Und vielleicht ist mein Onkel auch der einzige Krankenpfleger, der jedes Jahr an Weihnachten Opfer von ausartenden Familenstreitigkeiten in der Notaufnahme sitzen hat. Vielleicht.



Weihnachten ist doch die Zeit der Zuversicht.
Aber hat die Oma, die meinen Bruder als Heiligabend Notdienst anruft tatsächlich vergessen, dass ihr Wasserhahn seit 3 Wochen tropft oder ist sie nur etwas einsam zu Hause?



Und ich selbst nehme mir auch wieder vor, in diesem Jahr die Adventszeit eher besinnlich zu verbringen. Mehr Ruhe, weniger Stress. Jeden Tag in dem vollen Bewusstsein worum es wirklich geht. Mir mehr Zeit nehmen, für Gott, die Nöte anderer, zum Plätzchen backen und Weihnachtspost verschicken. Nicht alles wieder auf den letzten Drücker machen. Mir Zeit nehmen, besonders für Menschen. Zuhören oder auch nur zulächeln. Jedenfalls mal nicht vorbeihetzen.
Und während der Adventkalender für meine Family nach der ersten Dezemberwoche immer noch unter meinem Schreibtisch liegt, weil ich einfach keine ruhige Minute finde um den Brief fertig zu schreiben und ihn zur Post zu bringen, rechne ich dreimal im Kopf durch, ob ich es mir leisten kann dem Obdachlosen einen Kaffee zu kaufen, wenn ich für insgesamt…  Sach mal muss ich meine Cousins eigentlich auch etwas schenken?



Und ich bin hier aber mit den Gedanken schon ganz wo anders. Ich versuche jeden Tag meinen Weihnachtsbibelleseplan durchzuziehen und parallel wird die To Do Liste in meinem Hinterkopf immer länger. Dabei wollte ich es doch uuunbedingt schaffen, das mit diesem Kawana Moment umzusetzen. Mit ganzer Hingabe den Moment zu erleben und zu leben. Da zu sein, wenn ich da bin und so. Aber unterm Strich, bin ich auch keinen Deut besser als Tylor Swift, die sich jedes Jahr aufs Neue selbst in die Tasche lügt. Nur dass die wenigstens Geld damit macht.



Und wir alle wollen sie doch so ungern aufgeben. Diese Illusion vom friedlich, besinnlichen Weihnachtsfest und der gnadenreichen Zeit. Wir versuchen jedes Jahr aufs Neue ein bisschen die Geschwindigkeit rauszunehmen und scheitern. Aber das wollen wir nicht wahrhaben, besonders wenn wir glauben zu wissen, was der Sinn hinter alle dem ist. The Reason fort the Season. Als sozusagen Eingeweihte versuchen wir krampfhaft eine Art Auftrag zu erfüllen. Es irgendwie wirklich Weihnachten werden zu lassen, in der Weihnachtszeit.



Und während ich überlege, wie ich den Dezember in diesem Jahr noch retten kann, oder zumindest etwas spiritueller und besinnlicher gestalten, wird mir bewusst, dass Weihnachten eigentlich nie anders war. Weihnachten war nie nicht hektisch, nie für manche Menschen nicht eine einsame Zeit, nie nicht stressig.



Bethlehem. Viel zu viele Menschen auf viel zu engem Raum. Alle wollen etwas. Müssen schnell noch wohin, haben dringend etwas zu erledigen, suchen noch etwas. Einen Platz zum Schlafen zum Beispiel. Aber da ist keiner.
Auch nicht für das junge Paar, dass sich immer weiter durch die Menschenmassen in den kleinen Gässchen quetscht, wie wohl so viele gerade auf dem Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz auch.
Und man könnte meinen, dass sie sehr glücklich sind, wie man das von jungen Familien ebenso erwartet.    Doch wenn man etwas genauer hinsieht, sie etwas beobachtet, wie sie ihm einen kurzen Seitenblick zuwirft, er ihr Platz schafft im Gedränge, ist da diese Anspannung zwischen den Beiden.
Eine Gewisse Distanz, die man zu überwinden versucht und Unsicherheit. Also ob man sich erst wieder annähern müsste, als müsste man erst wieder Vertrauen zu einander gewinnen. Ein bisschen so wie nach einem Familenstreit.



Aber die beiden finden genau so wenig einen Platz, wie man noch ein billiges Zugticket nach Hause bekommt, wenn man sich nicht spätestens darum gekümmert hat, sobald der erste Spekulatius im Supermarktregal steht.



Zu laut, zu viele Menschen, zu viel Geräusche und zu viel Gerüche, zu viel Stress und zu viel Hektik,
zu wenig Zeit und irgendwie niemand der Rücksicht nimmt
in Bethlehem.



So war das alles damals schon. Also wie kommen wir darauf, dass Weihnachten irgendwie
etwas anderes ist? anders sein sollte?



Wir leben also in dieser Seifenblase. Naja gut schön. Okay – In dieser Weihnachtsseifenblase.
Vielleicht riecht sie nach Zimt, Weihrauch oder von mir aus auch Tannenzweigen aber sie schimmert auf jeden Fall golden oder ist sogar mit Glitzer gefüllt.
Aber sie bleibt ein Zeichen für Träume. Oder Wunschdenken.
Dem Wunsch nach Zuversicht, Frieden. Sehnsucht nach Glück etwas Ruhe und Besinnlichkeit.
Denn das ist es, was wir, was die Menschen sich so sehr wünschen.
Drum setzen sie jedes Jahr aufs Neue alles daran, genau dies wenigstens für 3 Tage zu erleben.
Und sie rennen und hetzen und boxen die anderen zur Seite, denn in diesem Jahr wollen sie mal an der Reihe sein. Dieses Jahr soll es endlich auch für sie mal ein fest der Ruhe, des Friedens und der Liebe werden.
Oder aber sie haben schon lange aufgegeben und sich damit abgefunden, einfach alleine zu sein.


„Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt.
Euer Herz erschrecke sich nicht und fürchte sich nicht.“

Johannes 14,27




Wollen wir nicht genau das? Ein ruhiges unerschrockenes Herz, Frieden und sich nicht fürchten zu müssen.
Wir wollen, was Gott ist aber nicht Gott und verstehen nicht, dass dieser Plan nicht aufgeht.
Und deswegen drehen wir uns um uns selbst und im Kreis und versprechen uns jedes Jahr aufs Neue alles anders zu machen selbst wenn das in den letzten Jahren auch nichts gebracht hat.



Was wäre, wenn wir einfach mal aufhören würden Pläne zu schmieden und alles anders machen zu wollen. Wenn wir uns einfach mal nicht damit stressen uns auf keinen Fall zu stressen.
Wenn wir akzeptieren, dass die Weihnachtszeit dieses Jahr wohl wieder laut und hektisch wird,
wir nicht mal annähernd die Hälfte der Plätzchensorten gebacken bekommen, die auf unserer Liste stehen und wir am Ende doch wieder kurz vor knapp noch ein paar Geschenke besorgen, weil wir
den Menschen die wir mögen eben auch einfach gern ne Freude machen, aber es irgendwie doch wieder verpeilt haben uns früher drum zu kümmern.
Was wenn wir akzeptieren, dass wir vielleicht enttäuscht werden und es wahrscheinlich auch die ein oder andere Meinungsverschiedenheit oder den kleinen Streit geben wird. An Heilig Abend



Und was, wenn wir dann verstehen, dass Jesus eben nicht dahin kam, wo alles ruhig und besinnlich, festlich, freundlich und schön war.
Was, wenn wir einfach zulassen, dass unsere Weihnachtsseifenblase zerplatzt und gar nicht traurig sind darüber oder enttäuscht. Sondern uns an dem ganzen goldenen Glitzer erfreuen können, der durch die Luft fliegt und dem guten Geruch. Wenn wir uns darauf freuen Jesus in diesen Stressmomenten zu begegnen, wir im ganzen Chaos trotzdem Frieden haben dürfen, wissen, dass er in der Dunkelheit auf uns wartet und wir uns weder erschrecken noch fürchten müssen.
Und vielleicht sind das alles nur Worte und unsere Realität sieht ganz anders aus. Aber am Anfang war ja auch nur das Wort. Und ein Licht in der Dunkelheit.
Und ja vielleicht, vielleicht, sind manchmal, ganz manchmal, Seifenblasen eh viel schöner, wenn sie zerplatzen.

Wie ich mir selbst [und dir] im Weg stehe

Ich bin kein Morgenmensch. Wie zähes Gummi ziehen sich die Bewegungen in den ersten Stunden des Tages. Mein Blick ist starr auf die Dinge und durch die Menschen hindurch gerichtet. Am Morgen kommen meine schlimmsten Eigenschaften zum Vorschein und diese zu durchbrechen fällt mir extrem schwer. Ich ziehe mich zurück in meine eigene Innenwelt. Meine Gedanken lösen sich von meinem Körper und laufen mir davon. Ich flüchte mich in ein Buch oder in die Weiten der musikalischen Melancholie. Die Wirklichkeit versucht mich einzuholen aber sie erreicht mich nicht… nicht wirklich.
Sprich mich nicht an, ich will in diesen Momenten unerreichbar sein.
Aber um welchen Preis?

„Würde meine Produktivität nicht erst um 10 Uhr Abends ihren Höhepunkt erreichen könnte ich früher schlafen gehen und morgens auch mal wacher und lebendiger sein.“ – Ein Glaubenssatz, den ich übernehmen oder verwerfen kann.

Ich könnte die Dinge so laufen lassen, sie vor mir hinschieben und hinter mir herziehen. Ich könnte mich durch meine Gewohnheiten definieren lassen, sie zu meinem Charakter machen. Dann wäre ich die Nachteule, die Träumerin, die Introvertierte, die Unnahbare… ich würde mich selbst in Schubladen stecken und diesen wiederrum Stempel aufdrücken, nur um mein Verhalten zu rechtfertigen. Ich könnte mir ein Bild von mir selbst konstruieren, das mir gefällt und mich eventuell von der Masse absetzt.

Aber was ist wenn sich dieses Bild dann plötzlich verselbstständigt?
Und was ist wenn andere Menschen in mein Blickfeld treten?

Mein Ego würde erkennen, dass es nicht alleine existiert – und es wäre verwirrt.
Doch ich sehe genauer hin und ich erkenne, wie wir uns unterscheiden und ich sehe welche Gemeinsamkeiten uns verbinden.
Du bist nicht ich aber du zeigst mir eine vergangene Version meines Denkens.
Ich erkenne Hilflosigkeit, Unsicherheit und Angst davor,
dass das Innere nach außen dringen könnte –
das tut es schon –
wer hinsieht begreift.
Aber es ist gut so,
denn wir sind nicht allein
– wir sind fast ein halbes Dutzend
wenn ich mich aufraffen würde,
mich in deine Richtung bewegen…
Wenn ich mich dafür entscheide
dir Aufmerksamkeit, Liebe und Vergebung zu geben.
Ein tagtägliches Geschenk,
das mir selbst ermöglicht zu leben.

~ Anne

Einsamkeit ist nicht rational

Foto 04.10.18, 19 59 39Einsamkeit ist das schlimmste Gefühl der Welt. Einsamkeit ist nicht rational.

Man kann einsam sein, wenn man alleine um drei Uhr morgens in einem Hotelzimmer sitzt. Man kann einsam in der ersten eigenen Wohnung sein. Man kann einsam sein, wenn alle Freunde zu beschäftigt sind, um Zeit mit einem zu verbringen. Man kann aber auch auf einer Party umgeben von Menschen oder in der coolsten WG der Welt einsam sein.

Einsamkeit ist nicht das intensivste Gefühl der Welt. Es gibt viele Möglichkeiten sich von Einsamkeit abzulenken, man kann eins seiner Lieblingsbücher lesen, man kann rauchen, trinken oder eine Serie schauen, die man so in- und auswendig kennt, dass sie sich so vertraut wie zu Hause anfühlt. Aber selbst die beste Ablenkung der Welt hat nur eine begrenzte Wirkungsdauer.

Einsamkeit macht einen kaputt. Nicht indem sie einem weh tut. Nicht indem sie einen traurig macht, Traurigkeit vergeht. Einsamkeit projiziert ein falsches, verzerrtes Bild des sozialen Umfeldes. Indem sie suggeriert, dass man seinen Freunden und überhaupt der Welt egal ist, sorgt sie dafür, dass man sich selbst egal wird.

Einsamkeit ist das schlimmste Gefühl der Welt. Einsamkeit ist nicht rational.

Einsamkeit ist nicht entgültig.

Denn selbst die dunkelste und kälteste Nacht wird irgendwann, urplötzlich von den ersten Sonnenstrahlen durchbrochen. Was für ein Klischee. Aber der zutreffendste Vergleich der mir einfällt.

– Joe

 

I know should feel free, yet I continue to sing this sad refrain
I can’t sleep and food has lost its taste
God, I’m so sick of this place

Then I’m touched
By the hands of a brother
And like a rush
Passing through my exterior
I hear my name
A hush
A son, loved by a Father
I’ve been made alive again

– Being As An Ocean, „This Lonliness Won’t Be The Death Of Me“

BLUEJAY: Prologue

Out, slowly. In, slowly. Black. Cold ground. Cold wall. Stings at my fingertips, grinding into my arms. Huffs of clouds, carrying particles of my soul into the dark blue void. Where is the warmth that i once felt?

‚i abandoned it.‘

something in the distant screamed in resistance. It was like a song, reminding me of the time when everything seemed blessed. Anointed. A dry chuckle leaves my lips. ‚Before I left, before He came, before he left.‘
It was nonsense, but not to me. As I said those words, memories flashed before me and drugged me with distant joy, that I was convinced to never feel again. A knot inside of me untied and a wave of cold tingling scrunched up my face. Tears began to flow. My eyes hurt from all of the cries I had before. I was too weak to weep, and the pain hit the floor, sounding like gunshots in my ears.

He was gone.

weariness

Having to be strong for the people you love and care about when you yourself are worn out, carries you to your very limits. You try your best and you are able to appear strong, so that you can be somebody who lifts your loved ones up, and be the shoulder they can cry on.
You look at them with a confident smile and say, ‚It’s fine. I’m here.‘ It eases you up when they thank you, when they sleep in with peace, when they get to see a glimmer of hope. But when the door is closed, you break down and kneel. All of their burdens are yours as well, and you seek for a way to ease this weight just a little. Where in the world do you find it? I tell you, you won’t find it in worldly things.
Being where I am now physically and mentally I can see why people give in. But I have drank from a well of ever flourishing source of love. Jesus.
I don’t want to know where I would or would not be if I had not asked Him for strength and a shower of warmth and protection. I am weak as a person, but only in Christ I am the strongest I will ever be.

My father said that it’s funny how people forget God in their daily lives and don’t need Him but when crisis happens they shout: ‚Oh my God!‘ And when it’s fixed they turn away from Him, again.
It may be just a word that releases you from the hurt. But it is a matter of heart and intention.