ELI

Piano and Hammond neatly rested in the center of the place of worship. The choir left, it is late and all the eyes can make out in the smooth blue night light are the shapes of the instruments. Then the rhythmic sound of sweeping is heard. A middle aged man with a broom taking care of the holy place. You hear his singing, probably because the acoustics make his voice grander in the hall, but some notes are rough, still, a passionate heart beating behind them is heard. Just a humble servant taking care of temple.

‚All the street lights, glowing
Happen to be just like moments, passing
In front of me, so I hopped in the cab and
I paid my fare, see I know the destination..‘

A blink of the eye and the man is joined by a piano glistening with the stars in his best language furthermore, while the Hammond enriches the depth of the moment with its warm pipes. The servant is singing, supported discreetly by a brother embellishing around his melody. He sings these lines over and over, It is a raw, emotional, honest without shame and pride. Offering himself to Him.

I wouldn’t encounter this song until I heard Daniel Ceasars‘ rendition many years later, wondering who could write such a song that fit perfectly to my view on life back then. A song about being too slow for the world, fearful of not being able to grow and mature, uncertain of the future. All these memories I had, the heartbreaking and uplifting, passed me by too quickly. It was this rendition that I listened to most of the time where I didn’t know what God planned and where He took me. Little lights of memorable moments and in between and front of me. Where does this road go? Why is it so dark between the lights? Why am I moving too fast? One moment led to the next, not ever grasping the full context. I remember multiple walks home late at night in the cold air while listening, contemplating, trying to make sense of it all. It became a special song to me.

As I found out who really wrote Streetlights, and on which album it appeared on, it took me back to the time as a ten year old kid when I was playing songs out of 808s and Heartbeaks from my PSP. When having a sleepover at my cousins place was a rare gift that was only granted on seldom occasions, in turn fully living out every second I was there. The album just came out, and my older cousin, which I will forever be grateful to have been influenced and defined by in terms of music, was playing it on repeat, having listening sessions with us. But we only let the hard hitting beats on the album play, skipping the songs that were more subtle and slow. Streetlights was never part of the memory. Welcome to Heartbreak, Amazing, Robocop, Heartless and Love Lockdown were the most prominent songs and the ones that were loaded on my PSP. It was the start of a new world to explore for a ten year old filipino-german kid, back then, when everything was new.

Now almost eleven years later, after this album helped shape an entire generation of new rappers, after witnessing a whole lot of mistakes, stage crashes, red hats, and mental breakdowns, women over women- after self harming thoughts and constant self judging, after years of crippling self confidence and convinced insignificance, after finding street lights –

I sat there, looking at him sing it, expecting the last line to be

‚But I’m just not there‘

Yet, I heard,

‚God took me there.‘

The questioning turned into answering, the suffering turned into healing, the sinning into redeeming. From a self-proclaimed god to a humble worshipper. From a kid with no meaning to a man of purpose. The ego and the self-critic came to the same truth, the only way out of our search for purpose and fulfillment. And in that holy place, dimly lit by blue lights, with the piano and the Hammond playing, with the servant holding the broom singing, I was singing with him. In awe of that one changed lyric, applied to my life once again and on the deepest level. We both looked back at the street lights, in the presence of this truth, and this love and it all made sense. This answer.

JESUS IS KING.

Verheiratet Vol. 1

Ein goldener Ring steckt an meiner linken Hand. Er ist das Ebenbild des Bruders den mein Mann trägt. Ich habe mich schnell daran gewöhnt „mein Mann“ zu sagen. Schwieriger ist es einen neuen Namen zu verinnerlichen. Dieser neue Nachname ist jetzt meiner, den alten lege ich Stück für Stück in die Schublade der Erinnerungen. Jedes Mal wenn ich mich am Telefon melde oder einer Dozentin meinen neuen Namen nenne, komme ich mir vor wie ein kleines Kind das erwachsen spielt. Ich erwarte unwillkürlich, dass gleich jemand aus dem Off springt und ruft: „Was soll das Vero, jeder weiß, dass das nicht dein echter Name ist!“. Dann fängt die andere Person am Telefon an zu kichern und meine Dozentin zwinkert. Wie wenn man Prinzessin oder Detektivin spielt. Dann fällt es schwer, zwischen Realität und Traum zu unterscheiden. Was ist echt und was ist Wunschdenken? Darum bin ich dankbar, für das schimmernde Stück Metall an meinem Finger. Unaufdringlich und unverschnörkelt unterstreicht es meinen neuen Beziehungsstatus. Dann erinnert mich der Ring auch an mein „Ja“ mit Nachruck vor dem Altar in der schönen Kirche gegeben, vor fast allen Menschen, die ich liebe. Sie waren da, sie wissen es. Ich hoffe es bleibt noch ein bisschen so, sich an etwas zu gewöhnen passiert immer, wenn man aufhört darauf zu achten. Irgendwann vergesse ich bestimmt auch, wie meine alte Unterschrift ging und wie sich der andere Name angefühlt hat. Ich denke viel nach und drehe jedes Gefühl am liebsten dreimal um, bis ich auch selbst daran glaube, dass es sich erstmal nicht mehr ändert. An einem Ring drehen erweist sich als ziemlich hilfreich dabei.
Am verheiratet sein mag ich sehr: Das immer Zusammensein und das nicht mehr alleine Aufstehen. Jeder Tag hat die Konstante der Präsenz dieser anderen Person, die ich mehr liebe als alle Anderen. Ich habe mal auf einem Blog von einem frisch verheirateten Mädchen die Aussage gelesen: Verheiratet sein ist wie ein ewiger Sleepover mit deinem besten Freund. Dieses Bild finde ich sehr schön und sehr passend. Es ist eine Übernachtungsparty im Alltag, nicht immer, aber oft und ich versuche einfach nie zu vergessen, dass das mein bester Freund ist, der da neben mir liegt, und nicht nur der andere Teil meiner kleinen Familie und mein Mann.
Beim Nachdenken ist mir auch aufgefallen, wie ausschlaggebend die Entscheidung war, die ich vor drei Jahren getroffen habe. Da lag sehr viel mehr in dieser Entscheidung als nur die Wahl eines etwas abgespaced klingenden Studienfaches und einer Stadt, die klein und unbedeutend auf der Landkarte aussah. Ich weiß noch wie Gott damals geflüstert hat „mach das ruhig, das ist der Weg, den ich dir eröffne“. Ich wusste nicht wohin es geht, was mich erwartet, noch ob ich jemals mit diesem komischen saarländischen Dialekt klar kommen würde. Ich hatte Angst an einen Ort zu gehen, an dem ich stecken bleiben und meine Träume aufgeben würde. Ich hatte Angst meine Selbstständigkeit und meine Abenteuerlust zu ersticken.
Aber vor etwas mehr als einem Monat hab ich dann den Weg in eines der größten Abenteuer überhaupt gewagt, weil ich weiß, dass Gott dabei ist. Es ist nur eins von vielen, die sich durch das Leben in dieser Stadt ergeben haben und ich bin sehr überrascht darüber, dass mein Tatendrang hier kontinuierlich gewachsen ist. Es gibt tatsächlich noch größere Abenteuer als das Leben als Vagabundin und Künstlerin, von dem ich früher geträumt habe. Ich wurde dazu eingeladen mich einfach darauf einzulassen und das mit dem Aufgeben zu vergessen. Das ist es kaum erwarten kann, muss man wohl nicht erwähnen.

WELCOME TO THE OVERLOAD

IMG_3355Nebelschwaden ziehen über einen Fluss umgeben von hohen Nadelbäumen. Das Grün verschwindet im Grau der hereinbrechenden Dunkelheit und der Schrei eines Mädchens zerreißt die Stille. Ein neuer Geist, ein neues Verbrechen sucht die Stadt heim. Eine Stadt in der Kriminellen keine Grenzen gesetzt und Recht und Ordnung frei definierbar sind. Ein Junge in Jeansjacke und Karohemd sitzt alleine mit seinem Laptop an einem Tisch im Diner. Man schenkt ihm Kaffee nach, der für ihn die Nacht zum Tag macht. Zeile für Zeile tippt er die Wahrheit nieder, über das was in den Schatten um ihn herum passiert, unbeachtet von Gesetzeshütern, der Willkür überlassen. In dieser Stadt herrscht der Stärkste und Klügste, derjenige der seine Mitstreiter auf unauffällige Weise auszutricksen vermag.
Von der Straße gegenüber kommt ein Mädchen mit blondem Pferdeschwanz auf das Diner zu geschlendert. Sie scheint unscheinbar und unschuldig, vollkommen zufrieden mit ihrem Mauerblümchendasein. Wie sich unschwer erkennen lässt, bahnt sich in diesem Moment eine Begegnung an, die Geschichte schreiben wird.
Die beiden sind jedoch nicht alleine in diesem Café am Rande der Stadt. In wenigen Minuten wird auch ein Junge mit rotem Haar und Footballjacke durch die Tür eintreten. Sobald er im Diner verschwunden ist, wird ein dunkler Wagen an der Straße daran vorbei fahren. Darin sitzt ein Mädchen mit schwarzen Haar und traurigen Augen. Sie blickt auf das leuchtende neon Schild auf dem in verschlungener Schrift „Pop’s“ steht.
Sie alle sind Teil einer Geschichte, die in diesen Minuten ihren Anfang nimmt. Noch wissen sie nicht, welches Leid und welches Grauen ihnen widerfahren wird. Doch der Vorhang ist auf, die Dinge nehmen ihren Lauf.
Es folgen Teenagerromanzen, Highschool Dramen, Mord- und Detektivgeschichten. Eine Liebe die über drei Staffeln besteht und Hoffnung darauf macht, dass diese Stadt Psychopaten, Sekten, Gangs, Geldsucht und Drogenkriege überleben kann.

Ohrzucker, damit ihr richtig mitfiebern könnt:

Kids in America
Wie sie es alle schaffen bei dem Trubel nebenbei noch für die Schulde zu lernen und Hausaufgaben zu machen? Das ist nebensächlich. Überhaupt ist alles, was alltäglich und normal scheint in Riverdale nur das Rahmenprogramm um Mord und Machtkämpfe zu verschleiern. Einer Anhäufung von Morden folgt, nach den ersten gewonnen Kämpfen, eine Kälte, die die Geschichte nicht mehr loslässt. Ein fader Nachgeschmack bleibt zurück, wenn Betty und Jughead endlich wieder einem Geheimnis auf die Schliche gekommen sind und feststellen müssen, dass schon der nächste kaltblütige Mörder darauf wartet ins Rampenlicht zu treten. Riverdale existiert in einem eigenen Universum, in dem 17 Jährige Casinos besitzen können und Sekten beitreten, ohne das es Erwachsenen Sorgen bereitet. Manchmal glaube ich in Bettys und Jugheads Gesicht das Verlangen zu sehen, aus dieser Welt, die so weit von der Realität entfernt stattfindet, ausbrechen zu können. In ihren Augen schreit etwas danach sich einen Hammer zu greifen, den Bildschirm zu zertrümmern und aus dieser Stadt zu fliehen, in die sie hineingesetzt und zurückgelassen wurden. Ich frage mich oft, was gute Literatur und Kunst ausmacht.

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Es gibt eine Diskussion die sich damit befasst, welche Texte man als Literatur und welche Werke man als Kunst bezeichnen darf. Sind die Begriffe eingeschränkt? Für mich sind es in Riverdale die Bilder der ersten Staffel, das Lebendigwerden von Figuren, die zuvor nur in einem Comic existierten.
Und die Figuren selbst. Jughead, der stille, rebellische Schriftsteller, der der Freiheit und einem besseren Leben nachjagt. Betty, die hübsche, kluge Detektivin, der Gerechtigkeit wichtiger ist, als das was die Menschen über sie denken. Archie, der gut aussehende Sportler, der erst zum Künstler und dann zum Vagabund wird, mit einem Herz voller Treue und Hoffnung auf ein besseres Morgen. Veronica, die für Freundschaft und Liebe alles aufs Spiel setzt und lernen muss, dass man trotz allem nicht aus seiner Haut kann. Dann gibt es noch Cheryl, Josie, Sweetpea, Toni, FP und Kevin. Sie alle strahlen in einer Welt die erst zu dunkel und dann zu verrückt und skurril ist um ihnen das zu bieten, was sie eigentlich haben sollten.
Ich bin begeistert von dem Versuch platten Figuren, wie dem Sportler, dem Rebell und dem netten Mädchen von nebenan neues Leben einzuhauchen und ihnen eine Tiefe zu verleihen, die über das hinaus geht, was man auf den ersten Blick ausmachen kann. Riverdale hat das nicht wirklich geschafft, die Geschichte wurde wichtiger als die Figur. Das Publikum zu schocken und zu empören wurde wichtiger als die Figur.
Die Charaktere sind das, was eine Geschichte einzigartig macht. Kein Plot ist neu. Betty Cooper und Jughead Jones aus Riverdale hat es so aber noch nie gegeben. Das hier schreibe ich, um ihren Status als Unikat und als besondere Figuren festzuhalten. Die Charaktere in Riverdale verdienen Besseres als den Rahmen der ihnen geschliffen wurde. Ist es nicht das, wozu es fanfiction wirklich gibt? Manchmal eine Liebeserklärung an Autor und Figur. Aber meistens doch eher der Versuch den Charakteren mehr zu geben, als das Universum in dem sie entstanden sind.

„this series is so overload and bitchy that you get sucked into it for five episodes before you realize how overload and bitchy it is that you stop watching. forever“

~ joes review zu veros review

flawed waters

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The waters may be flawed – yet we keep on swimming. The blood keeps on pouring, pulsing through our veins – it only means we’re still floating.

 

I do not claim that I have already succeeded or have already become perfect. I keep striving to win the prize for Christ Jesus has already won me to himself. Of course, my friends, I really do not think that I have already won it; the one thing I do, however, is to forget what is behind me and do my best to reach what is ahead.
[Philippians 3,12-13 GNT]

 

das Mädchen vor mir

Es scheint die beliebteste Frage

vieler kleiner Mädchen zu sein.

Die noch in glitzernden Blasen von Pferden und Schlössern träumen, Kleidchen tragen und auf Prinzen warten. Warten…

Auf all diese Dinge, die ich niemals gegen meinen Abenteuerwald hätte tauschen wollen.

Es scheint ihre beliebteste Frage zu sein.

Sie stellt sie mit einem breiten, schelmischen Grinsen.

Oder einem verlegenen Kichern.

Um sich dann entweder

mit hüpfenden Schritten best möglichst zu verstecken.

Oder mit verschwörerischen Blicken

den potenziellen Partner zu erspähen.

Neugierig, mit aufgerissenen Augen

bleibt sie vor mir stehen.

Dann stemmt sie ihre dünnen Ärmchen in die Seiten,

Hebt ihr Köpfchen zu mir hoch, so dass ihre langen Zöpfe und zerzausten Strähnchen in ihren Nacken fallen.

Um nun,

jede Regung aufzunehmen,

zu analysieren und zu bewerten.

„Bist du verlieeebt??!“

In den meisten solcher Situationen der letzten Jahre habe ich ebenso schmunzelnd den Kopf geschüttelt, verneint oder mich lachend gefragt was ausgerechnet wir Mädchen immer wieder so spannend an dieser Frage finden.

Und jetzt in diesem Moment stelle ich mir selbst mit verschwörerichem Blick diese Frage.

Zumindest in sofern ich mir selbst Blicke zuwerfen kann…

In diesem Moment

Während ich durch die nächtlichen Straßen schlendere,

die Abendluft sich wie eine Decke um meine Schultern schlingt und das Licht der Schaufenster viel intensiver, als vier Stunden zu vor, auf die Steine zu sinken scheint.

~Denn mein Herz tanzt~

Nicht ganz passend zu dem Blues der durch Kopfhörer an mein Trommelfell schwappt.

Viel mehr zu der Nacht und dem leichten Wind.

Zu der Ruhe und der Zeit die ich mir nehme,

All die wunderschönen Menschen zu beachten, die mir Arm in Arm entgegen kommen,

Am Brunnen sitzen, auf einander warten, sich beeilen.

Nicht immer, aber gerade jetzt hab ich Zeit.

Nicht immer, aber gerade jetzt renne ich nicht zum Zug.

Einfach nur weil ich mich dazu entschieden habe.

Um diese vermeintliche Ruhe zu beachten, die diese Nacht mit mir teilt.

Hier bin ich.

~Verliebt in das Gefühl zu leben~

Oder in die Tatsache dessen…

In diesen einen tiefen Atemzug.

Und in die wage erkennbare Masse, gleichmäßig dahinplätschernder Diversitäten.

WEIHNACHSTSEIFENBLASEN




Auf der ganzen Welt,
da leuchten Kerzen
Und ich wünsche voller Zuversicht?
Zu Weihnachten von ganzem Herzen
Dir ein ganzes Jahr voll so viel Licht



Überall erklingen Lieder
Das ist zur Weihnachtszeit das Schöne?
Ich wünsche dir an jedem Tage wieder
Nur solch sanfte, zarte Töne



Streit verklingt, es wird erträglich,
Voll Frieden ist die Weihnachtszeit?
Ich wünsch? Dir zum Weihnachtsfest tagtäglich
Glück, Ruhe und Besinnlichkeit



Ich weiß ja nicht, wies dir so geht:
Aber meiner Meinung nach, lebt, wer auch immer das geschrieben hat,
der Autor, die Autorin oder sonst wer, in einer riesen großen,
überdimensionalen Seifenblase.
Und ja, ich weiß:
Seifenblasen sind mehr so das Sommer- / Hochzeitsding
Und es ist ja Weihnachtszeit.
Also wie, bitte passt das zusammen?



Aber ich könnte genau so fragen, wie Zuversicht, und sanfte, zarte Töne,
Friede, Glück, Ruhe oder gar Besinnlichkeit zur Weihnachtszeit passen.



Ja aber genau darum geht es doch an Weihnachten, sagst du. Jedenfalls sollte es.
tatsächlich? – die Realität ist eine ganz andere



Man läuft über den Weihnachtsmarkt oder schaltet dummer weise ausversehen das Radio ein.
Es dröhnt nicht Christmas Classic, sondern Christmas Rock aus den Boxen und Taylor Swift ist so bescheuert ihr Herz seit 2007 jedes Jahr wieder irgendeinem Typen zu schenken (im schlimmsten Fall ist es auch noch immer derselbe), ders am nächsten Tag einfach weitergibt. Und ja ich weiß, dass der Song eigentlich Wham ist, das macht ihn aber nicht besser. Aber sie verspricht singend, dass es dieses Jahr anderes sein wird. Tatsächlich hab ich aber die Hoffnung aufgegeben, diesen furchtbaren Song nicht im kommenden Jahr doch wieder ertragen zu müssen.
So viel also zum Thema sanfte und zarte Töne.



Aber vielleicht stimmt es ja wenigstens, dass Streit verklingt und es erträglicher wird. Was auch immer ES ist.
Vielleicht ist meine Freundin nur eine Ausnahme. Denn sie hasst Weihnachten mit der Familie, denn da gibt es wie bei allen anderen Familienfesten auch nur Streit und schlechte Laune. Das einzig gute ist der Alkohol. Und vielleicht ist mein Onkel auch der einzige Krankenpfleger, der jedes Jahr an Weihnachten Opfer von ausartenden Familenstreitigkeiten in der Notaufnahme sitzen hat. Vielleicht.



Weihnachten ist doch die Zeit der Zuversicht.
Aber hat die Oma, die meinen Bruder als Heiligabend Notdienst anruft tatsächlich vergessen, dass ihr Wasserhahn seit 3 Wochen tropft oder ist sie nur etwas einsam zu Hause?



Und ich selbst nehme mir auch wieder vor, in diesem Jahr die Adventszeit eher besinnlich zu verbringen. Mehr Ruhe, weniger Stress. Jeden Tag in dem vollen Bewusstsein worum es wirklich geht. Mir mehr Zeit nehmen, für Gott, die Nöte anderer, zum Plätzchen backen und Weihnachtspost verschicken. Nicht alles wieder auf den letzten Drücker machen. Mir Zeit nehmen, besonders für Menschen. Zuhören oder auch nur zulächeln. Jedenfalls mal nicht vorbeihetzen.
Und während der Adventkalender für meine Family nach der ersten Dezemberwoche immer noch unter meinem Schreibtisch liegt, weil ich einfach keine ruhige Minute finde um den Brief fertig zu schreiben und ihn zur Post zu bringen, rechne ich dreimal im Kopf durch, ob ich es mir leisten kann dem Obdachlosen einen Kaffee zu kaufen, wenn ich für insgesamt…  Sach mal muss ich meine Cousins eigentlich auch etwas schenken?



Und ich bin hier aber mit den Gedanken schon ganz wo anders. Ich versuche jeden Tag meinen Weihnachtsbibelleseplan durchzuziehen und parallel wird die To Do Liste in meinem Hinterkopf immer länger. Dabei wollte ich es doch uuunbedingt schaffen, das mit diesem Kawana Moment umzusetzen. Mit ganzer Hingabe den Moment zu erleben und zu leben. Da zu sein, wenn ich da bin und so. Aber unterm Strich, bin ich auch keinen Deut besser als Tylor Swift, die sich jedes Jahr aufs Neue selbst in die Tasche lügt. Nur dass die wenigstens Geld damit macht.



Und wir alle wollen sie doch so ungern aufgeben. Diese Illusion vom friedlich, besinnlichen Weihnachtsfest und der gnadenreichen Zeit. Wir versuchen jedes Jahr aufs Neue ein bisschen die Geschwindigkeit rauszunehmen und scheitern. Aber das wollen wir nicht wahrhaben, besonders wenn wir glauben zu wissen, was der Sinn hinter alle dem ist. The Reason fort the Season. Als sozusagen Eingeweihte versuchen wir krampfhaft eine Art Auftrag zu erfüllen. Es irgendwie wirklich Weihnachten werden zu lassen, in der Weihnachtszeit.



Und während ich überlege, wie ich den Dezember in diesem Jahr noch retten kann, oder zumindest etwas spiritueller und besinnlicher gestalten, wird mir bewusst, dass Weihnachten eigentlich nie anders war. Weihnachten war nie nicht hektisch, nie für manche Menschen nicht eine einsame Zeit, nie nicht stressig.



Bethlehem. Viel zu viele Menschen auf viel zu engem Raum. Alle wollen etwas. Müssen schnell noch wohin, haben dringend etwas zu erledigen, suchen noch etwas. Einen Platz zum Schlafen zum Beispiel. Aber da ist keiner.
Auch nicht für das junge Paar, dass sich immer weiter durch die Menschenmassen in den kleinen Gässchen quetscht, wie wohl so viele gerade auf dem Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz auch.
Und man könnte meinen, dass sie sehr glücklich sind, wie man das von jungen Familien ebenso erwartet.    Doch wenn man etwas genauer hinsieht, sie etwas beobachtet, wie sie ihm einen kurzen Seitenblick zuwirft, er ihr Platz schafft im Gedränge, ist da diese Anspannung zwischen den Beiden.
Eine Gewisse Distanz, die man zu überwinden versucht und Unsicherheit. Also ob man sich erst wieder annähern müsste, als müsste man erst wieder Vertrauen zu einander gewinnen. Ein bisschen so wie nach einem Familenstreit.



Aber die beiden finden genau so wenig einen Platz, wie man noch ein billiges Zugticket nach Hause bekommt, wenn man sich nicht spätestens darum gekümmert hat, sobald der erste Spekulatius im Supermarktregal steht.



Zu laut, zu viele Menschen, zu viel Geräusche und zu viel Gerüche, zu viel Stress und zu viel Hektik,
zu wenig Zeit und irgendwie niemand der Rücksicht nimmt
in Bethlehem.



So war das alles damals schon. Also wie kommen wir darauf, dass Weihnachten irgendwie
etwas anderes ist? anders sein sollte?



Wir leben also in dieser Seifenblase. Naja gut schön. Okay – In dieser Weihnachtsseifenblase.
Vielleicht riecht sie nach Zimt, Weihrauch oder von mir aus auch Tannenzweigen aber sie schimmert auf jeden Fall golden oder ist sogar mit Glitzer gefüllt.
Aber sie bleibt ein Zeichen für Träume. Oder Wunschdenken.
Dem Wunsch nach Zuversicht, Frieden. Sehnsucht nach Glück etwas Ruhe und Besinnlichkeit.
Denn das ist es, was wir, was die Menschen sich so sehr wünschen.
Drum setzen sie jedes Jahr aufs Neue alles daran, genau dies wenigstens für 3 Tage zu erleben.
Und sie rennen und hetzen und boxen die anderen zur Seite, denn in diesem Jahr wollen sie mal an der Reihe sein. Dieses Jahr soll es endlich auch für sie mal ein fest der Ruhe, des Friedens und der Liebe werden.
Oder aber sie haben schon lange aufgegeben und sich damit abgefunden, einfach alleine zu sein.


„Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt.
Euer Herz erschrecke sich nicht und fürchte sich nicht.“

Johannes 14,27




Wollen wir nicht genau das? Ein ruhiges unerschrockenes Herz, Frieden und sich nicht fürchten zu müssen.
Wir wollen, was Gott ist aber nicht Gott und verstehen nicht, dass dieser Plan nicht aufgeht.
Und deswegen drehen wir uns um uns selbst und im Kreis und versprechen uns jedes Jahr aufs Neue alles anders zu machen selbst wenn das in den letzten Jahren auch nichts gebracht hat.



Was wäre, wenn wir einfach mal aufhören würden Pläne zu schmieden und alles anders machen zu wollen. Wenn wir uns einfach mal nicht damit stressen uns auf keinen Fall zu stressen.
Wenn wir akzeptieren, dass die Weihnachtszeit dieses Jahr wohl wieder laut und hektisch wird,
wir nicht mal annähernd die Hälfte der Plätzchensorten gebacken bekommen, die auf unserer Liste stehen und wir am Ende doch wieder kurz vor knapp noch ein paar Geschenke besorgen, weil wir
den Menschen die wir mögen eben auch einfach gern ne Freude machen, aber es irgendwie doch wieder verpeilt haben uns früher drum zu kümmern.
Was wenn wir akzeptieren, dass wir vielleicht enttäuscht werden und es wahrscheinlich auch die ein oder andere Meinungsverschiedenheit oder den kleinen Streit geben wird. An Heilig Abend



Und was, wenn wir dann verstehen, dass Jesus eben nicht dahin kam, wo alles ruhig und besinnlich, festlich, freundlich und schön war.
Was, wenn wir einfach zulassen, dass unsere Weihnachtsseifenblase zerplatzt und gar nicht traurig sind darüber oder enttäuscht. Sondern uns an dem ganzen goldenen Glitzer erfreuen können, der durch die Luft fliegt und dem guten Geruch. Wenn wir uns darauf freuen Jesus in diesen Stressmomenten zu begegnen, wir im ganzen Chaos trotzdem Frieden haben dürfen, wissen, dass er in der Dunkelheit auf uns wartet und wir uns weder erschrecken noch fürchten müssen.
Und vielleicht sind das alles nur Worte und unsere Realität sieht ganz anders aus. Aber am Anfang war ja auch nur das Wort. Und ein Licht in der Dunkelheit.
Und ja vielleicht, vielleicht, sind manchmal, ganz manchmal, Seifenblasen eh viel schöner, wenn sie zerplatzen.

Wie ich mir selbst [und dir] im Weg stehe

Ich bin kein Morgenmensch. Wie zähes Gummi ziehen sich die Bewegungen in den ersten Stunden des Tages. Mein Blick ist starr auf die Dinge und durch die Menschen hindurch gerichtet. Am Morgen kommen meine schlimmsten Eigenschaften zum Vorschein und diese zu durchbrechen fällt mir extrem schwer. Ich ziehe mich zurück in meine eigene Innenwelt. Meine Gedanken lösen sich von meinem Körper und laufen mir davon. Ich flüchte mich in ein Buch oder in die Weiten der musikalischen Melancholie. Die Wirklichkeit versucht mich einzuholen aber sie erreicht mich nicht… nicht wirklich.
Sprich mich nicht an, ich will in diesen Momenten unerreichbar sein.
Aber um welchen Preis?

„Würde meine Produktivität nicht erst um 10 Uhr Abends ihren Höhepunkt erreichen könnte ich früher schlafen gehen und morgens auch mal wacher und lebendiger sein.“ – Ein Glaubenssatz, den ich übernehmen oder verwerfen kann.

Ich könnte die Dinge so laufen lassen, sie vor mir hinschieben und hinter mir herziehen. Ich könnte mich durch meine Gewohnheiten definieren lassen, sie zu meinem Charakter machen. Dann wäre ich die Nachteule, die Träumerin, die Introvertierte, die Unnahbare… ich würde mich selbst in Schubladen stecken und diesen wiederrum Stempel aufdrücken, nur um mein Verhalten zu rechtfertigen. Ich könnte mir ein Bild von mir selbst konstruieren, das mir gefällt und mich eventuell von der Masse absetzt.

Aber was ist wenn sich dieses Bild dann plötzlich verselbstständigt?
Und was ist wenn andere Menschen in mein Blickfeld treten?

Mein Ego würde erkennen, dass es nicht alleine existiert – und es wäre verwirrt.
Doch ich sehe genauer hin und ich erkenne, wie wir uns unterscheiden und ich sehe welche Gemeinsamkeiten uns verbinden.
Du bist nicht ich aber du zeigst mir eine vergangene Version meines Denkens.
Ich erkenne Hilflosigkeit, Unsicherheit und Angst davor,
dass das Innere nach außen dringen könnte –
das tut es schon –
wer hinsieht begreift.
Aber es ist gut so,
denn wir sind nicht allein
– wir sind fast ein halbes Dutzend
wenn ich mich aufraffen würde,
mich in deine Richtung bewegen…
Wenn ich mich dafür entscheide
dir Aufmerksamkeit, Liebe und Vergebung zu geben.
Ein tagtägliches Geschenk,
das mir selbst ermöglicht zu leben.

~ Anne