pinky promise

Für C und alle Anderen

 

Eifersucht is ne Bitch.

Sie saugt sich unbeobachtet fest wie schmutziges Pfützen Wasser im Rockzipfel, und kriecht verräterisch wie eine Schlange am Körper hoch, bis sie das Herz heiß zusammendrückt und die Gedanken kalt vernebelt. Eifersucht ist wie ein wildes Tier, das sich spitz in deinen Nacken krallt, doch als du es abschütteln willst, merkst du, dass es gar nicht auf dir drauf, sondern in dir drinsitzt, eingesperrt durch deine Körperwände. Ein Parasit, der sich von dem ernährt, was du selbst an dir magst, das was du kannst, das, was du denkst, dass du wert bist. Der bittere Atem, der aus seinem Mund kommt, ist ein beklemmendes, stummes Gefühl, das lähmend und vernichtend das flüstert, wovor alle immer Angst haben: „Du bist nicht genug. Du kommst zu kurz. Du bedeutest nicht so viel wie sie.“

Ich hasse Eifersucht, weil sie lodernd und ohne Gnade alles Gute in einer lebendigen Gedankenwelt verbrennt, und nur noch einen zugeschnürten Sack kalter grauer Asche hinterlässt. Kein Wunder, dass Menschen um sich schlagen. Kein Wunder, dass ich um mich schlage. Kein Wunder, dass alles grau wird.

Wenn du an einen neuen Ort ziehst, dann weißt du vorher noch nicht, dass du dort vielleicht eine Kombination aus den dir irgendwann liebsten Menschen der Welt finden wirst. Und wenn du dann mal da bist, dann kannst du es vielleicht immer wieder gar nicht fassen, dass ausgerechnet du das erleben darfst, diese Gruppe aus Leuten, die ungefragt bei dir an der Tür klingelt, die jeden Sonnenstrahl mit dir einfängt und dir erhält und die jeden Ort mit dir erkundet, ganz ohne Plan, sondern einfach weil man sich ins Auto gesetzt hat und mit lauter Musik und quietschenden Reifen losgefahren ist.

Was wir Menschen so oft vergessen ist, dass nicht nur die Sonnenstrahlen, sondern auch die Regenwolken eingefangen werden müssen. Spätestens, wenn sich die seichten Schwaden eines dummen Gedankens, eines winzig piksenden Stachels der Verletzung zu Haufen des Unausgesprochenen über uns zusammenballen, ist es Zeit, ihnen das Gewicht und die Dunkelheit zu nehmen.

Lass uns mal reden. Viele Tränen müsste es nicht regnen, wenn wir mehr reden würden, und viele Pfützen würden sich nicht in unserem Rockzipfel festsaugen, wenn wir mehr aussprechen würden, was uns belastet. Denn durch die dunkeln Wolken über uns seh ich nicht so gut, ich seh nicht richtig wer du bist, und das dunkle verzerrte Bild, das ich von dir habe, bleibt, während ich versuche immer mehr Abstand zwischen dich und mich zu bringen, weil ich auf einmal Angst habe, dass du mich bestiehlst.  Mir meinen Wert klaust, das was mir heilig ist nimmst, und damit abhaust, und voller Bitterkeit schaue ich zu dir rüber, kann nicht weggehn, am liebsten will ich wegsehn, doch der faulige Atem des Tieres in mir fixiert meinen sengenden Blick und zwingt mich, mich zu dir zu drehn.

Ich will weniger Eifersuchtsgewitter in meinem Leben, in meiner Stadt, in dieser Welt. Ich wünsche mir so sehr, dass wir die Wolken zwingen sich zu entladen, bevor die Blitze aus unseren Augen zucken, und dann ist es okay, dass es auch mal dunkel wird über unserer Freundschaft. Wir kennen uns ja inzwischen auch schon etwas länger und es ist inzwischen viel passiert und einiges haben wir auch kaputt gemacht, weil wir uns mit der Zeit zusammen bewegen und als menschliche unperfekte Wesen aufeinander drauftreten.

Lass uns bitte nur nie aufhören darüber zu reden, denn jedes ungesagte Wort ist ein Stück Strecke, das wir weiter auseinander gehn. Aber wenn wir ganz nah zusammenstehen, dann seh ich immer noch die Sommersprossen in deinem Gesicht und das Mohnkorn, das noch vom Frühstück zwischen deinen Zähnen hängt, und dann bist du nichts Schlimmeres, als eine Freundin, die sehr gesegnet ist, und ich auch, denn ich darf ja neben dir stehen.

Kleiner Fingerschwur: Lass uns weniger eifersüchtig sein und mehr zusammenhalten.

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