das Mädchen vor mir

Es scheint die beliebteste Frage

vieler kleiner Mädchen zu sein.

Die noch in glitzernden Blasen von Pferden und Schlössern träumen, Kleidchen tragen und auf Prinzen warten. Warten…

Auf all diese Dinge, die ich niemals gegen meinen Abenteuerwald hätte tauschen wollen.

Es scheint ihre beliebteste Frage zu sein.

Sie stellt sie mit einem breiten, schelmischen Grinsen.

Oder einem verlegenen Kichern.

Um sich dann entweder

mit hüpfenden Schritten best möglichst zu verstecken.

Oder mit verschwörerischen Blicken

den potenziellen Partner zu erspähen.

Neugierig, mit aufgerissenen Augen

bleibt sie vor mir stehen.

Dann stemmt sie ihre dünnen Ärmchen in die Seiten,

Hebt ihr Köpfchen zu mir hoch, so dass ihre langen Zöpfe und zerzausten Strähnchen in ihren Nacken fallen.

Um nun,

jede Regung aufzunehmen,

zu analysieren und zu bewerten.

„Bist du verlieeebt??!“

In den meisten solcher Situationen der letzten Jahre habe ich ebenso schmunzelnd den Kopf geschüttelt, verneint oder mich lachend gefragt was ausgerechnet wir Mädchen immer wieder so spannend an dieser Frage finden.

Und jetzt in diesem Moment stelle ich mir selbst mit verschwörerichem Blick diese Frage.

Zumindest in sofern ich mir selbst Blicke zuwerfen kann…

In diesem Moment

Während ich durch die nächtlichen Straßen schlendere,

die Abendluft sich wie eine Decke um meine Schultern schlingt und das Licht der Schaufenster viel intensiver, als vier Stunden zu vor, auf die Steine zu sinken scheint.

~Denn mein Herz tanzt~

Nicht ganz passend zu dem Blues der durch Kopfhörer an mein Trommelfell schwappt.

Viel mehr zu der Nacht und dem leichten Wind.

Zu der Ruhe und der Zeit die ich mir nehme,

All die wunderschönen Menschen zu beachten, die mir Arm in Arm entgegen kommen,

Am Brunnen sitzen, auf einander warten, sich beeilen.

Nicht immer, aber gerade jetzt hab ich Zeit.

Nicht immer, aber gerade jetzt renne ich nicht zum Zug.

Einfach nur weil ich mich dazu entschieden habe.

Um diese vermeintliche Ruhe zu beachten, die diese Nacht mit mir teilt.

Hier bin ich.

~Verliebt in das Gefühl zu leben~

Oder in die Tatsache dessen…

In diesen einen tiefen Atemzug.

Und in die wage erkennbare Masse, gleichmäßig dahinplätschernder Diversitäten.

2 Kommentare zu „das Mädchen vor mir

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