~schön zu sein~

IMG_20181106_201522_080.jpgDu schaust mich an, fragst wie es mir geht
Und während ich noch überlege
was ich darauf wohl am besten antworte
Wird mir klar, dass diese Lüge, die ich gerne nennen würde
– Um vor mir selbst nicht ehrlich sein zu müssen und dich nicht zu verletzten –
Du würdest mir diese Lüge nicht glauben.
Zu oft sind deine Blicke durch meine zaghaft aufgerichtete und mit einem Lächeln festgehaltene Fassade gebrochen.
Du würdest mir nicht glauben.
Dafür stand ich heute morgen nicht lang genug im Bad.
Nicht lang genug vorm Spiegel.
Hab nicht erkannt, was mein Gesicht zeichnet und nicht überschminkt, was ich gern verborgen gewusst hätte.
Doch hat das helle Sonnenlicht auch mich überrascht,
mit dem was es nun ins Licht gerückt hat.
Hab ich doch selbst nicht damit gerechnet,
dass sich meine Freude all zu schnell alleine fühlt.
Und sich dieser Drink des Neuanfang
aus mehr Komponenten zusammenaddiert.
Und so schmiegt sich an die Freude ein Schuss Wehmut,
die ausgepressten Erinnerungen guter Freundschaften
und das bittere Aroma
feine Tropfen unerfüllter Erwartungen.

Geschüttelt – nicht gerührt.
Denn das macht angeblich den perfekten Drink aus
Doch in mir wirbelt es nur alles durcheinander.
Und lässt mich mit diesem üblen Gefühl in der Magengrube sitzen.

Also was soll ich dir antworten auf die Frage,
wie es mir geht?
Wie es ist hier zu sein?
Ja ich hab mich sehr auf diesen Ort und all euch Menschen gefreut
-die ihr mich jetzt fragend anschaut und mich doch ein bisschen überfordert
mit all eurer überschwänglichen Euphorie.

Und das tu ich noch immer, mich freuen.
Auf euch, auf alles was kommt und auf den Tag danach.
Doch ging mir alles zwei Schritte zu schnell.
Lass mich kurz hier sitzen, den Moment verweilen.
Frag mich in drei Tagen nochmal!
Wenn ich den Wald nicht mehr so allüberschattend, die Stadt nicht mehr so voll, laut und groß wahrnehme.
Obwohl es Vormittag ist und die meisten noch in den Schulen und Büros sitzen und erst allmählich auf die Straße treten.
Frag mich in drei Tagen noch mal.
Vielleicht ist es nur eine Entscheidung.
Meine Entscheidung.
Die ich allein selbst treffen kann.

Du schaust mich an, fragst wie es mir geht.
Und während ich noch überlege was ich darauf wohl am besten antworte.
Wird mir klar, es geht mir gut!
Ich schau dich an, kann lächeln.
Danken – denn es ist immer noch schön da zu sein!

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