Wert schenken

– „Wärt ihr nicht gewesen, wäre ich vielleicht nicht hier geblieben.“

– „Wegen euch bin ich in diese Stadt gezogen.“

– „Wegen euch bin ich hierher zurück gekommen.“

[Ein Gespräch unter Freunden, das mir immernoch Gänsehaut verursacht, wenn ich daran denke.]

Ohne euch wäre es nicht mal halb so schön hier. Ihr macht aus jedem beliebigen Ort (m)ein Zuhause. Danke.

Ein Hoch darauf, dass wir mit Worten Wert schenken können!

Aus gewisser Entfernung betrachte ich eure Gesichter, umtanzt von kleinen Lichtpunkten, die sich mit mir an eurer Schönheit zu freuen scheinen. In euren Gesprächen verweben sich Mimik und Gestik. Aus dieser Distanz gesehen – eine einzige Interaktion: Wie ihr einander anseht, voller Freundlichkeit und ernst gemeinter Anteilnahme. Jedes Lachen ist ehrlich und darum so überaus ansteckend.
Mittlerweile kenne ich euch schon so gut, dass ich schon ungefähr weiß was ihr zueinander sagen könntet und doch könnt ihr mich immer wieder überraschen und umwerfen. Ich bin immer wieder aufs Neue begeistert von eurer Art und eurem Einfallsreichtum, mit dem ihr Freude und Liebe verschenkt, als wäre es das Einfachste auf der Welt.
Mein Leben wird mit euren Farben eingefärbt und wird dadurch um so viele Nuancen bunter. Der Klang eurer Stimmen eilt euch voraus, sodass ich schon lächeln muss bevor ich euch schließlich um die Ecke biegen sehe.
Mit euch fühle ich mich einfach wohl. Und das bedeutet mir so viel. Ihr seid Familie.

Wir feiern uns, wir feiern dich. Denn es gibt immer einen Grund zu feiern und sei es „nur“, dass du geboren bist. Wie schön. Wie überaus – und wunderschön.
Welch grandiose, wunderbare, hervorragende, herrliche, famose Wirklichkeit, die ich mit dir teilen darf.
Wie schön, dass es dich gibt!

 
~ Anne

Traumzauberbaum

 

Nun – einmal stehn und ruhn,
bevor sie weiter geht.
Innehalten – durchatmen.
Da steht sie nun und kann mal ruhn.
Nach all dem was ging, vor all dem was kommt.
Inmitten ihres Gleichen
stellen sich für sie ganz unbemerkt und doch ganz klar, allmählich nun die Weichen.
Da steht sie nun
kann in sich ruhn
Das was sie war – so wie sie sich sah
einst klein und fein – so stand sie da.
Am ersten Tag noch etwas zart
Doch jetzt steht sie da, auf ihre Art,
ganz ruhig und fest.
Einst sprang sie so aus ihrem Nest
Jetzt steht sie da
Die Sonne strahlt sie an
und weil sie scheinst gar nicht anders kann
strahlt auch sie. So steht sie da.
Die Sonne im Gesicht
und Wind kommt auf. – Er zieht an ihr.
Doch das stört sie nicht.
Denn sie weiß jetzt was sie kann und wer sie ist.

Traumzauberbaum

Ist wie ein Baum.
Ist fest verwurzelt – und doch beweglich.
Sie wiegt im Wind und tanzt mit ihm
Und kommt auch bald ein Sturmtief auf
wirbelt Zweifel, Ängste, Trübsal auf
beraubt sie ihrer Blätter, lässt sie im Regen stehn
ist das okay – die Zeit wird weiter gehn.
Und ist sie auch mal einsam, kalt und rau
erblickt sie eines Tages wieder himmelblau
den weiten Horizont.

Denn da steht sie nun – kann in sich ruhn.
Hat viel erlebt, sich stehts bewegt und gelebt
Hat Geduld probiert – gelernt.
Da steht sie nun – kann in sich ruhn
Denn sie ist schon wer – und kann so viel.
Sie ist ein Traumzauberbaum inmitten seines Gleichen.
Vielleicht auch nur ein Traumzauberbäumchen
Inmitten seines Gleichen
Der in sich viele Träume hegt
und sie in sich zauberhaft bewegt
Denn jedes dieser Pflänzchen sprießt
und wenn man´s gießt wird daraus ein großer Baum
Grad wie in einem Traum
wunderschön, wie er fest und sicher steht, sich dennoch stehts bewegt
stehts durch alle Zeiten geht
wie er mal hell – dann dunkelgrün,
dann bunt und glitzernd weiß
in seiner Pracht erstrahlt
fängt immer wieder an zu blühn…

Da steht sie nun
als Traumzauberbaum
Hält sie fest an ihrem Traum
Und dem Zauber, der sie umwebt
und auf ihrem Weg stehts mit ihr geht…

 

Für Mama

Ich kann mir nur vage vorstellen wie es für eine Mutter sein muss, ihr Kind in die weite Welt zu entlassen, ohne genau zu wissen was es dort erwartet.

Mama, du kümmerst (und sorgst) dich um so vieles aber wirst du jemals alles verstehen? Oder ist das garnicht notwendig?

Ich danke dir für jeden flüchtigen Einblick, den ich von deiner reinen Liebe bekomme, jedes Mal wenn wir miteinander sprechen.

Ich weiß unsere Beziehung wird niemals nicht kompliziert sein – aber sie wird für immer die sicherste und beständigste aller Beziehungen sein, die ich jeh erfahren durfte.

Zu erkennen, dass du nicht Superwoman bist, war gleichzeitig die härteste und die befreiendste Lektion die ich in meinen Teenagerjahren lernen durfte. Keiner von uns ist perfekt. Alles dreht sich um diese Erkenntnis. Und ich werde für immer daran festhalten, dafür wie ich mich selbst sehe und für diese besondere Verbingung zwischen Mutter und Tochter. Mittlerweile kann ich dankbar sein, für jede Auseinandersetzung, die ich mit dir hatte (sowohl äußerlich als auch innerlich). Dadurch zu erkennen, dass wir uns zwar sehr ähnlich sehen aber doch unterschiedliche Menschen sind, lernte ich Vergebung, mich selbst zu lieben – und zu akzeptieren. Dich losgelöst von deiner Mutterrolle zu betrachten, als Frau, als Person zu sehen, lehrte mich die Bedeutung bedingungsloser Liebe und immer sein Bestes zu geben.

Diese Dinge brachtest du mir bei, vielleicht ohne es überhaupt zu wissen.

Mama, du kannst manchmal so umsichtig sein und in diesen Momenten will ich mehr so sein, wie du. Du kannst mich aber auch ganz schön unter Druck setzen und manchmal merke ich dann wie du das Beste aus mir herausholst, weil ich deine Meinung achte und dich stolz machen will.

Ich musste für mich lernen, mich von deinen Maßstäben zu distanzieren aber als dein Kind will ich mich niemals von deiner Liebe distanzieren.

Heute will ich der Welt zeigen, dass ich meine Mama liebe, weil sie schon so viel für mich getan hat. Unzählige Taten, unzählige Worte, von denen ich viele ablehnte, weil ich weder ihre Bedeutung, noch die liebevolle Intension dahinter sah. Aber letztendlich sehe ich, wie ich immer von ihrer Liebe getragen und beschützt wurde.

Danke Mama, dass du meine Trägheit erträgst und dich immer kümmerst, auch wenn ich manchmal wenig Einsatz zeige.

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~A

For my MUM

I can only imagine what it’s like for a mother to release her child into the world without ever knowing excactly what it may face there.

Mama, you care so much but will you ever fully understand?
Or is that even necessary?

I want to thank you for the glimpses I get when we talk in private, the fragments of your love are so pure.
Our relationship will never not be complicated – but it’ll stay the most secure and stable one I’ve known up to this point in my life.

To realize you aren’t Superwoman was at the same time the hardest and the most liberating thing I have learnt in my teenage years. None of us are perfect. And it’s all about the way we deal with that perception. I will keep this reminder forever, for the way I see myself and for this special bond between mother and daughter. Because of the fights I had with you (externally and internally) and by realizing we may look alike (like a lot) but we are different persons, I was able to learn forgiveness and self love and – acceptance. Also by seeing you apart from being a mother but also a woman, a person I learned the meaning of unconditional love and how to always give the most you can for others.
You taught me these things, maybe without even knowing you did.

Mum, you can be so thoughtful at times and in these times I want to be more like you. You also can put a lot of pressure on me, but that’s because I value your opinion and I want to make you proud.

As a person I felt the need of distancing myself from your standards but as your child I never want to distance myself from your love.

So I want to tell the world today how much I love my mother, for she did so much for me throughout my life. Countless things and countless words, many of which I rejected because I couldn’t grasp the importance of it and I failed to see the motive of love behind it all. But in the long run I see how much I was protected and carried by my mothers love.
Thank you mum for always pushing my lazy ass further and for caring so much even when I gave so little.

[Sorry for not being able to express my emotions in German. I will try to translate though… for my mum, because I couldn’t tell her today. And I think a lot of mothers (of others) should read this, too.]

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irrelevant?

Für S

Es ist so seltsam, dass einem so viele wertvolle Gedanken, Gesprächsfetzen, oder Worte entwischen. Durch das grobporige Sieb des Bewusstseins rutschen sie, so wie winzige Fische durch ein Fischernetz. Jedes Mal, wenn ich ein tiefberührendes Gespräch hatte, schreit alles in mir, das festzuhalten, was an Gutem dort herausgekommen ist, es niederzuschreiben und unvergesslich zu machen. Trotzdem muss ich mich zwingen, mich bei allem Input des Alltagstrubels hinzusetzen, und auszusprechen, was so viele noch nicht wissen, und was sie zerfrisst.

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Wir leben in einer Zeit, in der Unheil an jeder Ecke sitzt, wie ein Ungeheuer. Wahrscheinlich saß jedes von ihnen auch schon von Anbeginn der Zeiten da, aber heute sehen wir sie alle, auch wenn etwas hunderte Kilometer entfernt stattfindet. Man wird gezwungen teilzunehmen, an gesprengten Dörfern, an Leid von Familien, die nicht die eigene ist, die man vielleicht niemals treffen wird, aber die nun doch Berührungspunkte mit einem haben. Fiktives Leid und reales Leid. Man wird gezwungen abzustumpfen, denn so viel können wir gar nicht tragen. Da Leid überall ist, ist das eigene von geringerer Bedeutung, denn Bedeutungsintensität wird an Rarität gemessen. Es wird auf die Waage gelegt, Armut gegen Verfolgung, und das „leichtere“ scheidet aus, wird mit „irrelevant“ stigmatisiert. So lassen wir unsere Welt funktionieren, durch einen Wettkampf um das Schwerwiegendere.

Und dann komme ich. Inmitten von all dem Dunkel an leiddiktierten Biographien steht mein Leben. Das, einer 21-jährigen gesunden Deutschen, mit einer Familie, in der die Eltern sich lieben und genug Geld verdienen, um mehr als die eigene Familie zu finanzieren. Ich war nie ernsthaft krank, hatte immer mindestens eine sehr gute Freundin, der ich alles anvertrauen konnte, und wurde mein Leben lang in dem was ich bin und kann unterstützt. Ich kann mir jeden Tag mein Essen leisten, mehr als ich vertrage, und habe mehr materielle Dinge, die ich mein Eigen nennen darf, als ich auch nur ansatzweise nötig habe. Ich bin so unendlich dankbar dafür, aber trotzdem immer noch zu wenig. Natürlich passieren auch immer mal wieder unschöne Sachen, aber alles, was ich unverdient bekommen habe, sollte eigentlich mehr als genug Brennstoff für ein immerwährendes Feuer der Zufriedenheit und des glücklichen Seins liefern.

Wie, wie um Himmels Willen kann es sein, dass ich, die so viel Glück erfahren durfte und darf, manchmal tieftraurig bin? Traurigkeit ist doch das Monopol der Armen, der Verfolgten, derjenigen, deren Familiengeschichten vollkommen zerrüttet sind! Wie kann es sein, dass ich mich so oft allein fühle? Es ist unfair von mir, dass ich mich allein fühle, obwohl ich so viel(e) habe.

Und trotzdem kann ich nicht leugnen, was manchmal aus meinem Herzen quillt, wie dunkles Öl, das mit anmaßenden, hässlichen Flecken alles benetzt, was ich sonst noch sehe. Dass es Dinge gibt, die mehr als nur ein bisschen schlechte Laune machen, dass es Ereignisse gibt, über die ich mehr mal nur einmal weine, und die sich, auch wenn sie schon ad acta gelegt und überwunden sein sollten, immer wieder wie egoistische Wolken vor die Sonne der Gegenwart schieben.

Ich habe so lange gebraucht, um zu verstehen, dass Schmerz immer wehtut, egal, aus welcher Situation er geboren wird. Schmerz funktioniert nicht in Zahlen. Er funktioniert viel tiefer, und logisch ist er auch nicht immer.

Ich habe so lange gebraucht, um zu verstehen, dass man sich selbst ernst nehmen darf, denn nach wie vor ist diese Welt kaputt, und allein, wenn man in ihr lebt, wird ein Stück von einem immer mal wieder mit zerbrechen. Und dann ist das nicht nur in Ordnung, nicht nur geduldet, zu leiden. Dann ist das richtig und wichtig, und all das Leid außerhalb des eigenen Lebens vielleicht nicht nichtig, aber zumindest nicht fehlerpflichtig. Es gibt nichts, was wehtut und unberechtigt ist.

Ich will, dass du da Draußen das weißt. Du musst dir nicht in deinem Leid gefallen, und dich auch nicht darin suhlen. Aber du musst es auch nicht verstecken, nur weil es Einen gibt, den es noch viel schlimmer getroffen hat als dich.

„It`s okay not to be okay“ ist ein Slogan, den ich immer gehasst habe. Vielleicht weil er zu Schwäche ermutigt hat, weil ich ihn aufgefasst habe, als wäre es vollkommen akzeptabel, sich gehen zu lassen, sich nicht nach Heilung auszustrecken. Denn eine der größten Unwahrheiten ist, dass deine Gefühle bestimmen, wer du bist, als würden sie die Wege bahnen, in denen das Leben verläuft, und das stimmt nicht. Sie gestalten lediglich das Außenrum, die Pflanzen am Straßenrand, die Beschaffenheit des Bodens, den Zustand des Himmels über deinem Kopf.

Was viel mehr dein Leben bestimmt als Gefühle, sind die Entscheidungen, die du, oft auch mehr als nur einmal triffst. Manchmal bedeutet das eine Entscheidung gegen den Schmerz. Manchmal bedeutet das aber auch eine Entscheidung für den Schmerz.

13 Situationen an denen ich bisher gescheitert bin

 

— oder: Dinge, die ich mir einrede, um mich vor mir selbst zu rechtfertigen.

1. Lieblingskneipe. Bier. Jetzt eine drehen, gehört zur Gemütlichkeit.

2. Lecker Essen. Zur Verdauung jetzt einen Kaffee und dazu ’ne Kippe. Herrlich.

3. Kein Essen. Trotzdem Kaffee und Kippe. Ist immer geil.

4. Emotionen. Zu intensiv und sowieso viel zu viele davon.

5. Stress! Ich brauche diese Zigarette. JETZT! Oder ich muss jemanden töten.

6. Langeweiiiiiiiile.

7. Emotionen, Vol. 2: Selbsthass erträgt sich deutlich leichter mit Zigarette und Bier.

8. Angst. Ist auch ’ne Emotion. Ich meine aber die davor, jemand zu sein, der ich nicht sein will. Nämlich das Arschloch, in das sich der entspannte Dude so schnell verwandelt, wenn er sein Nikotin nicht bekommt.

9. Hilfe, ich kenne niemanden hier! (Siehe auch Punkt 5: Stress!)

10. Rauchen ist ein Teil meiner Persönlichkeit. Isso.

11. Angst. Ok, diese Emotion scheint stärker vertreten zu sein als andere. Diesmal: Die Angst zu scheitern.

12. Rauchen ist cool. Weiß jeder, der mal Pulp Fiction gesehen hat. Oder Philip Seymour Hoffman in Almost Famous. Oder in A Most Wanted Man. Man, der Typ war cool.

13. Alle meine Kollegen rauchen. Gruppenzwang hat keinen Einfluss auf mich. Lol.

WELCOME TO THE OVERLOAD

IMG_3355Nebelschwaden ziehen über einen Fluss umgeben von hohen Nadelbäumen. Das Grün verschwindet im Grau der hereinbrechenden Dunkelheit und der Schrei eines Mädchens zerreißt die Stille. Ein neuer Geist, ein neues Verbrechen sucht die Stadt heim. Eine Stadt in der Kriminellen keine Grenzen gesetzt und Recht und Ordnung frei definierbar sind. Ein Junge in Jeansjacke und Karohemd sitzt alleine mit seinem Laptop an einem Tisch im Diner. Man schenkt ihm Kaffee nach, der für ihn die Nacht zum Tag macht. Zeile für Zeile tippt er die Wahrheit nieder, über das was in den Schatten um ihn herum passiert, unbeachtet von Gesetzeshütern, der Willkür überlassen. In dieser Stadt herrscht der Stärkste und Klügste, derjenige der seine Mitstreiter auf unauffällige Weise auszutricksen vermag.
Von der Straße gegenüber kommt ein Mädchen mit blondem Pferdeschwanz auf das Diner zu geschlendert. Sie scheint unscheinbar und unschuldig, vollkommen zufrieden mit ihrem Mauerblümchendasein. Wie sich unschwer erkennen lässt, bahnt sich in diesem Moment eine Begegnung an, die Geschichte schreiben wird.
Die beiden sind jedoch nicht alleine in diesem Café am Rande der Stadt. In wenigen Minuten wird auch ein Junge mit rotem Haar und Footballjacke durch die Tür eintreten. Sobald er im Diner verschwunden ist, wird ein dunkler Wagen an der Straße daran vorbei fahren. Darin sitzt ein Mädchen mit schwarzen Haar und traurigen Augen. Sie blickt auf das leuchtende neon Schild auf dem in verschlungener Schrift „Pop’s“ steht.
Sie alle sind Teil einer Geschichte, die in diesen Minuten ihren Anfang nimmt. Noch wissen sie nicht, welches Leid und welches Grauen ihnen widerfahren wird. Doch der Vorhang ist auf, die Dinge nehmen ihren Lauf.
Es folgen Teenagerromanzen, Highschool Dramen, Mord- und Detektivgeschichten. Eine Liebe die über drei Staffeln besteht und Hoffnung darauf macht, dass diese Stadt Psychopaten, Sekten, Gangs, Geldsucht und Drogenkriege überleben kann.

Ohrzucker, damit ihr richtig mitfiebern könnt:

Kids in America
Wie sie es alle schaffen bei dem Trubel nebenbei noch für die Schulde zu lernen und Hausaufgaben zu machen? Das ist nebensächlich. Überhaupt ist alles, was alltäglich und normal scheint in Riverdale nur das Rahmenprogramm um Mord und Machtkämpfe zu verschleiern. Einer Anhäufung von Morden folgt, nach den ersten gewonnen Kämpfen, eine Kälte, die die Geschichte nicht mehr loslässt. Ein fader Nachgeschmack bleibt zurück, wenn Betty und Jughead endlich wieder einem Geheimnis auf die Schliche gekommen sind und feststellen müssen, dass schon der nächste kaltblütige Mörder darauf wartet ins Rampenlicht zu treten. Riverdale existiert in einem eigenen Universum, in dem 17 Jährige Casinos besitzen können und Sekten beitreten, ohne das es Erwachsenen Sorgen bereitet. Manchmal glaube ich in Bettys und Jugheads Gesicht das Verlangen zu sehen, aus dieser Welt, die so weit von der Realität entfernt stattfindet, ausbrechen zu können. In ihren Augen schreit etwas danach sich einen Hammer zu greifen, den Bildschirm zu zertrümmern und aus dieser Stadt zu fliehen, in die sie hineingesetzt und zurückgelassen wurden. Ich frage mich oft, was gute Literatur und Kunst ausmacht.

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Es gibt eine Diskussion die sich damit befasst, welche Texte man als Literatur und welche Werke man als Kunst bezeichnen darf. Sind die Begriffe eingeschränkt? Für mich sind es in Riverdale die Bilder der ersten Staffel, das Lebendigwerden von Figuren, die zuvor nur in einem Comic existierten.
Und die Figuren selbst. Jughead, der stille, rebellische Schriftsteller, der der Freiheit und einem besseren Leben nachjagt. Betty, die hübsche, kluge Detektivin, der Gerechtigkeit wichtiger ist, als das was die Menschen über sie denken. Archie, der gut aussehende Sportler, der erst zum Künstler und dann zum Vagabund wird, mit einem Herz voller Treue und Hoffnung auf ein besseres Morgen. Veronica, die für Freundschaft und Liebe alles aufs Spiel setzt und lernen muss, dass man trotz allem nicht aus seiner Haut kann. Dann gibt es noch Cheryl, Josie, Sweetpea, Toni, FP und Kevin. Sie alle strahlen in einer Welt die erst zu dunkel und dann zu verrückt und skurril ist um ihnen das zu bieten, was sie eigentlich haben sollten.
Ich bin begeistert von dem Versuch platten Figuren, wie dem Sportler, dem Rebell und dem netten Mädchen von nebenan neues Leben einzuhauchen und ihnen eine Tiefe zu verleihen, die über das hinaus geht, was man auf den ersten Blick ausmachen kann. Riverdale hat das nicht wirklich geschafft, die Geschichte wurde wichtiger als die Figur. Das Publikum zu schocken und zu empören wurde wichtiger als die Figur.
Die Charaktere sind das, was eine Geschichte einzigartig macht. Kein Plot ist neu. Betty Cooper und Jughead Jones aus Riverdale hat es so aber noch nie gegeben. Das hier schreibe ich, um ihren Status als Unikat und als besondere Figuren festzuhalten. Die Charaktere in Riverdale verdienen Besseres als den Rahmen der ihnen geschliffen wurde. Ist es nicht das, wozu es fanfiction wirklich gibt? Manchmal eine Liebeserklärung an Autor und Figur. Aber meistens doch eher der Versuch den Charakteren mehr zu geben, als das Universum in dem sie entstanden sind.

„this series is so overload and bitchy that you get sucked into it for five episodes before you realize how overload and bitchy it is that you stop watching. forever“

~ joes review zu veros review